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Schuh des Manitu, Der (2001)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 26.03.2005, seitdem 471 Mal gelesen


„Der Schuh des Manitu“ ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten, doch ich persönlich kann mit ihm nur extrem wenig anfangen.
Allerdings muss ich gleich zu Beginn erwähnen, dass ich nie ein großer Fan von Michael ’Bully’ Herbig und seiner Truppe war. Ich kenne einige Folgen Bullyparade und fand die Qualität der Sketche doch stark schwankend – und die „Winnetou“-Veraraschungen, aus denen Bully „Der Schuh des Manitu“ strickten waren in meinen Augen nicht unbedingt die Sternstunden der Sendung.
Für den Kinofilm wurden die Abenteuer der Blutsbrüder Abahachi (Bully) und Ranger (Christian Tramitz) auf Spielfilmlänge aufgeblasen, allerdings dient die dünne Handlung bloß als Folie für diverse Sketche. Der rote Faden ist die Jagd der beiden Blutsbrüder auf den Schurken Santa Maria (Sky Dumont), der sie als Mörder brandmarkte, und zudem Teile einer Schatzkarte geklaut hat, die den beiden gehört. Das schmeckt dem Duo natürlich gar nicht und man macht sich auf dem Schurken mal kräftig die Leviten zu lesen…

Humor ist eine sehr subjektive Sache und verüble es niemandem, wenn er sich bei „Der Schuh des Manitu“ köstlich beömmelt, aber ich habe so gut wie nie gelacht. Zum einen ist der Film doch sehr unoriginell, da viele der Gags schon in den wenigen Folgen Bullyparade, die ich kenne vorkamen (so kann Bully z.B. nicht auf den von Rick Kavanian gespielten Griechen verzichten). Einen Großteil vom Rest der Gags kennt man aus anderen Filmen, vergleicht man z.B. den Glockenspruch mit der „Netter Pelz“-Szene aus „Die Nackte Kanone“.
Doch man kann ja auch über aufgewärmte Gags lachen, wenn sie denn gut getimt sind, aber auch da versagt „Der Schuh des Manitu“ in meinen Augen – obwohl ich mich auch über innovationslose Komödien wie „Eurotrip“ köstlich amüsieren konnte. Doch hier sitzt kaum ein Gag, lediglich den Superpeforater-Song und die Indianerausbildung bei Abahachis schwulem Bruder Winnetouch (ebenfalls Bully) konnten mich zum Lachen bringen.

Die geringe Trefferquote ist ein echtes Ärgernis, denn immerhin versucht Bully redlich die naiven „Winnetou“-Filme auf die Schippe zu nehmen und drehte deshalb auch an Originalschauplätzen. Leider sind die Parodien von den Klischees derartiger Produkte wenig spitzfindig, sondern meist nur plump – ebenso wie die meisten Holzhammergags. Die längere Extended Version ist übrigens auch keinen Deut lustiger als die Kinofassung, da der hinzugefügte Prolog keinen einzigen guten Gag verbuchen kann.
Immerhin ist das bekannte Bully-Team mit Hingabe dabei und versucht seine bayrisch redenden Cowboys und Indianer möglichst lustig rüberzubringen – mit einem besseren Drehbuch hätte es wohl auch geklappt. Wirklich klasse ist allerdings Sky Dumont als unterkühlter Fiesling mit altklugen Sprüchen zu jeder Zeit.

Zum Abschluss kann ich nur wiederholen, dass meine Bewertung von „Der Schuh des Manitu“ sehr subjektiv ist, aber der Humor hat meinen Geschmack nicht getroffen und eine Komödie mit nur sehr wenigen gelungenen Lachern verfehlt das Klassenziel in meinen Augen deutlich.


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