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Faust (2000)

Eine Kritik von McKenzie (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 01.05.2006, seitdem 359 Mal gelesen


Nach seinem Umzug ins spanische Barcelona war "Faust- Love of the Damned" der erste in Spanien von seiner "Fantastic Factory" produzierte Film des amerikanischen Produzenten und Regisseurs Brian Yuzna ("Re-Animator" Teil 1 & 2, "The Dentist").

Bei dem Film handelt es sich um eine Comic-Verfilmung, was auch immer wieder mehr als deutlich wird. Natürlich heißt das aber auch, das man den Film eigentlich nicht ganz ernst nehmen sollte. Und hier liegt der Hund begraben: Denn Yuzna kann sich stilistisch nicht recht entscheiden und schwankt stets zwischen der grotesk-trashigen Übertreibung und ernsthaftem Fantasy-Horror-Action-Film. Und das stößt einem dann doch auf: In einer Szene kann man sich vor Lachen kaum halten und erkennt die übermütige Vorlage sofort wieder während sich der Film in der nächsten Szene schon wieder überernst nimmt und emotionale Regung des Zuschauers erhaschen will.
Und nicht nur das: Wer die Original-Comics auch nur auszugsweise kennt wie ich, weiß das es in diesen extrem heftig zur Sache geht. Was dort geboten wird scheint den Rahmen der Produktion und den Mut der Produzenten gesprengt zu haben. Denn die "Faust"-Comics sind derart brutal und pornographisch, das es wohl unmöglich wäre, sie 1:1 zu verfilmen. Und verglichen mit seiner Vorlage wirkt die Verfilmung wie ein Kinderspiel. Auf gut deutsch: Yuzna hat seinen "Faust" einfach zu brav inszeniert. Selbst der 2 Jahre später unter seiner Regie entstandene "Beyond Re-Animator" sollte in dieser Hinsicht sehr viel weiter gehen.

Echten Respekt muss man aber vor einer anderen Leistung zeigen. Denn obwohl das Budget nicht gerade das größte gewesen sein dürfte, wirkt der Film wie eine Hollywood-Großproduktion aus der Schmiede eines Studios wie Warner oder Fox. Doch die Fähigkeit, mit kleinem Geldbeutel viel anzufangen war ohnehin schon immer eine der herausragendsten Eigenschaften von Brian Yuzna. Die Hochglanz-Optik mag also beachtlich sein, ebenso wie die Make-Up- und GGI-Effekte (für die der Film sogar einen Preis erhielt), doch irgendwie wirkt sie für mein Empfinden eben auch seelenlos und steril.

Die Schauspieler sind allesamt eher unbekannt, sieht man einmal von Andrew "Wishmaster" Divoff ab, der eine herrlich dämonische Vorstellung als moderner Mephisto abliefert und Jeffrey "Re-Animator" Combs als hitziger Cop. Sehr kitschig und unbeholfen sei noch der Einsatz von Heavy Metal in den Gewalt- und Kampfszenen genannt. Das ist doch nun wirklich alt und wurde schon so oft angewendet, auch wenn die Musik an sich eigentlich nicht schlecht ist, hier wirkt sie doch viel zu aufdringlich. Denn die bewussten Szenen wirken so nicht härter (was wohl die ursprüngliche Intension war) sondern eher unfreiwillig komisch, also trashig. Und wie schon angesprochen ist der Film wirklich keine Splatter-Granate weswegen es absolut absurd erscheint, das er es nicht uncut durch die FSK-Prüfung schaffte.

Auch spannungsmäßig ist der Filme eher eine Niete, da sich Yuzna ganz auf Actionszenen und Effekte verlässt. Hier gibt es einige sehr skurrile und verrückte Szenen, die dem Comic am ehesten entsprechen, wie etwa die nymphomane Gehilfin des Mephisto, deren Hinterbacken und Brüste dieser zur Bestrafung in einer höchst witzigen und beeindruckenden Sequenz in gigantische Dimensionen aufbläht, zu bewundern, doch trotz aller Effekte, Action und Kampf-Szenen vermisst man einfach einen richtigen Spannungsaufbau und eine ordentliche Verfolgung der Handlung (die, das sollte ich wohl noch erwähnen, natürlich auf Motiven von Johann Wolfgang von Goethe basiert, wer hätte das bei dem Titel vermutet;-). Auch die psychischen Abgründe, denen die Protagonisten zu entkommen versuchen wurden nur oberflächlich in Form von Traumsequenzen angerissen.

FAZIT: Ganz amüsant aber leider wieder einmal mehr nur eine relativ nichtssagende Arbeit von Brian Yuzna, die mehr die technischen Möglichkeiten seiner Produktionsfirma "Fantastic Factory" aufzeigen soll, jedoch leider nur zu glattem, geleckten und charakterlosen Effekte-Kino verkommt, das sich fast nahtlos in die Reihen ähnlicher Hollywood-Produktionen einreiht.


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