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Bruiser (2000)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 26.04.2006, seitdem 527 Mal gelesen


Das neue, noch unfertige Eigenheim, die hübsche Frau, die ihn für einen Langweiler hält und ein ekelhafter Chef, der auf ihm herumtrampelt, Henry entwickelt bei einem solchen Leben schon blutige Selbstmord- und Mordfantasien. Nicht mal die Platin AE-Card gibt es, kurz gesagt: Das Yuppieleben ist nicht, was es scheint. Die Poolparty bei seinem Chef, dem übergeschnappten Milo Styles (super: Peter Stormare) gerät zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, Ausstrahlung und Identität. Kaum ist die Frau durchgebrannt, wacht Henry wie in einem seiner Albträume auf, nur mit einem maskenartigen Gesicht, weiß und ohne jegliches Gesichtsmerkmal. Paradoxerweise scheint dies das erste Mal die Möglichkeit zu extrovertiertem Handeln, die Maske des Rächers macht ihn sogar zum Killer. Der Wandel vom Nice Guy zum Bad Boy ist sicher keinen Innovationspreis wert, sonderlich spektakulär ist dieser Horrorthriller ebenfalls nicht, auch nicht, wenn als Locations immer wieder der Prunk vom koksenden Arschloch Milo Styles inszeniert wird, während sich Henry, der einstige Kriecher und Schlappschwanz, immer mehr zum "Phantom Der Oper" mausert. Das Magazin "Bruiser" (ein Lifestyleblättchen wie "Face"), macht das Gesicht für die Öffentlichkeit, doch mit simpler Logik will das Drehbuch von Romero den Schein der vorgegaukelten Realität versus der Persönlichkeit entlarven. Eine Identitätskrise als Horrorfilm, vielleicht sogar George A. Romeros eigene, nachdem er mit kleinem Budget große Filmperlen zauberte, die ein ganzes Subgenre lostraten, und in späteren Jahren mit größeren Produktionen und Auftragsarbeiten den Biss verlor. Wie passend, dass er die letzten 20 Minuten musikalisch der Horrorpunklegende "Misfits" widmet, die ohne ihren Frontmann Glenn Danzig für ihr Comeback die Sänger wechselten, wie andere Musiker das Plektron. So graben die dann auch für die große Finalparty einige ihrer dämlichsten Songs aus, dazu optisch passend feiert man eine überkandidelte Horrortrashparty, unter anderem der Romero-Nachwuchs als kleiner Teufel und Cleopatra. Für die ewig Gestrigen sei noch festgehalten, dass es sich nicht um einen Splatterfilm handelt, sondern einen für Romero ausgenommen zurückhaltenden Genrebeitrag, nix Gore, nix Gematsche.

Fazit: Nach langer Pause kehrt George A. Romero mit einem in jedem Belang durchschnittlichen Thriller zurück. Als verfilme ein Regisseur seine eigene Schaffenskrise. 4/10 Punkten


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