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Green Mile, The (1999)
Eine Kritik von Marcel (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 25.08.2002, seitdem 582 Mal gelesen
Das folgende Review enthält Spoiler!
Mit großer Erwartung sah ich mir die Verfilmung des Stephen King-Bestsellers "The Green Mile" an und wurde eher enttäuscht. Schon der Beginn dürfte dem Kenner des Buches sauer aufstoßen, wenn Paul Edgecombe in Tränen ausbricht. Seit "Titanic" scheint/schien es Mode zu sein hochdramatische Geschichten aus der Perspektive der altgewordenen Hauptfigur zu erzählen. Dies ging mir schon bei "Der Soldat James Ryan" auf den Keks. Hier ist es zwar richtig, aber aus dem alten Edgecombe aus dem Buch einen ollen Jammerlappen zu machen find ich echt schade. An dieser "Kitschigkeit" krankt der gesamte Film, der zwar handlungsmäßig so stark an der literarischen Vorlage bleibt wie es nur geht, aber nie ihren Geist trifft. Denn es fehlt einfach der sarkastische, zynische Ton des Romans mit dem Edgecombe seine Geschichte erzählt. Zwar verfehlen diverse Szenen auch ihre erschreckende Wirkung nicht (z. b. das Auffinden der ermordeten kleinen Mädchen, oder die Hinrichtung Dels) doch insgesamt gewinnt man eher den Eindruck das alles wär von Steven Spielberg und nicht von Stephen King (absolut schrecklich die finale Hinrichtung Coffeys).
Für die Nichtleser des Buches sicher noch ein sehr interessantes Fantasy-Drama, die Geschichte ist immer noch sehr gut und voller Überraschungen. Tom Hanks agiert auf gewohntem Niveaus und auch das restliche Ensemble leistet kompetente Arbeit, sodass man sich während der dreistündigen Laufzeit garantiert nicht langweilt. Aber als Verfilmung ist's nunmal leider nicht so geglückt.
6 von 10 Punkten
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