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Green Mile, The (1999)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 05.10.2003, seitdem 884 Mal gelesen
Mit „The Green Mile“ verfilmt Frank Darabont zum zweiten Mal eine Knastgeschichte von Stephen King.
Paul Edgecomb ist ein rüstiger Rentner in einem Altenheim, der sich immer wieder zu langen Spaziergängen aus dem Haus schleicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Insassen ist der geheimnisvolle Mann nicht der Lethargie verfallen, so dass auch eine andere Mitbewohnerin ihn bei einem Anfall von Trauer über seine Vergangenheit ausfragt. Paul beginnt eine spezielle Geschichte zu erzählen. Die Rahmenhandlung ist recht gut gewählt und hält zum Ende hin sogar noch ein paar überraschende Plotwendungen parat.
In den 30er Jahren war Paul Edgecomb (Tom Hanks) der Chef der Aufseher im Todestrakt eines Gefängnisses. Im Gegensatz zu sadistischen Kollegen liegt ihm allerdings einiges daran, den Häftlinge ihre letzte Zeit vor der Hinrichtung erträglich zu machen. Hanks spielt man wieder den guten Menschen, der in nahezu jeder Funktion noch ein Saubermann bleibt, was aber hier zu der Rolle passt.
Bald bekommt der Todestrakt einen Neuzugang, den riesenhaften John Coffey (Michael Clarke Duncan). Der simpel gestrickte Landarbeiter ist des Mordes zweier Kinder verurteilt, da man ihn mit den Leichen im Arm fand. Doch eine seltsame Aura umgibt den sanften Riesen und bald hat er auch einen ganz eigenen Einfluss auf das Leben im Todestrakt...
„The Green Mile“ ist ein langes, aber nie langweiliges Drama mit viel Atmosphäre. Viele Szenen sind sehr emotional geraten, vor allem das Ende, und reißen einen mit, wobei der Film auch nur selten kitschig wirkt. Besonderes Flair bezieht der Film aus seiner Beschränkung auf ganz wenige Schauplätze; die meiste Zeit spielt er ausschließlich im kleinen Zellenblock des Todestraktes.
Die Handlung schlägt ein ruhiges Tempo ohne dass große Längen auftreten. Lediglich einige Szenen hätte man etwas kürzer fassen können. Auch wenn „The Green Mile“ ein Drama ist, so besitzt doch ein solides Maß an Spannung und fesselt den Zuschauer. Denn die Handlung wirft immer wieder interessante Fragen auf wie z.B. die Frage, ob der sanfte John Coffey die Kinder wirklich umgebracht hat.
Damit der Film dann nicht allzu dröge daherkommt, wird auch vereinzelt Humor eingestreut, der die Geschichte auflockert. Dieser wirkt allerdings unaufdringlich und nicht klamaukig. Zudem setzt sich die Geschichte am Rande mit ein paar Problematiken auseinander, wie z.B. die Frage, wie man verurteilte Todeskandidaten behandeln sollte. Allerdings hätte ich gerne etwas mehr über einige der sehr interessanten Figuren erfahren, da „The Green Mile“ nur sehr wenige Schicksale wirklich genau beleuchtet.
Tom Hanks kann in seiner gewohnt herzensguten Rolle absolut überzeugen und spielt gewohnt souverän. Zwei Akteure spielen ihn jedoch glatt an die Wand: Zum einen der hünenhafte Michael Clarke Duncan, der eine sehr gefühlvolle und feinsinnige Darstellung abliefert. Zum anderen ein grandioser David Morse, der sich wie schon oft als einer der besten Nebendarsteller Hollywoods erweist. Auch die restlichen Akteure können mit ein paar bekannteren Gesichtern wie z.B. Sam Rockwell, James Cromwell, Barry Pepper, Harry Dean Stanton oder Graham Greene aufwarten und spielen allesamt auf sehr hohem Niveau.
„The Green Mile“ ist ein gelungenes Knastdrama, dass lediglich ein paar Längen in der Handlung und etwas Kitsch als kleine Negativpunkte besitzt.
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