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Basic Instinct (1992)

Eine Kritik von Puty Willi (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 19.01.2007, seitdem 418 Mal gelesen


Gleich vorweg: Für mich ist Paul Verhoeven nichts weiter als ein Provokateur, allerdings ein sehr talentierter. Ihm und der aufreizenden Sharon Stone ist es in erster Linie zu verdanken das Basic Instinct ein Hit wurde.

Für das prüde Amerika waren die ausufernden Sexszenen ein Riesenskandal und wieso oft erwies sich so eine Reaktion weitgehendst als unverständlich. Sicher sind sie recht nett inszeniert worden, hauen einen aber vor allem heutzutage wirklich nicht mehr vom Hocker.

Da stellt sich doch die Frage, ob der Film bis auf diese Szenen was zu bieten hat. Eine Frage die man sowohl mit ja, als auch mit nein beantworten kann. Basic Instinct ist das Musterbeispiel für einen Film, der vorgibt intelligenter zu sein, als er letzendlich ist.

Langweilig wird es nie wirklich, aber unter einem hochspannenden Thriller verstehe ich etwas anderes. Nur gegen Ende schaltet Verhoeven einen Gang höher. Davor gibt es ein paar uninteressante Szenen, wie eine Autoverfolgungsjagd, die eigentlich spannend sein soll, auf mich jedoch eher ermüdend wirkte. Als größter Witz entpuppt sich im Grunde genommen, die achso legendäre Beinüberschlagszene beim Verhör. Hab ich was verpasst, oder wieso kann ich daran nichts außergewöhnliches finden?

Was die Gewalt angeht, so ist Verhoeven eher zahm, im Gegensatz zu seinen qualitativ hochwertigeren Gewaltorgien Robocop und vor allem Total Recall. Die 2 Eispickelmorde sind für zartbeseitete allerdings auch keine Freude.

Was die Schauspieler betrifft, so ist das meiste wahrlich in Ordnung, wobei der Film in diesem Punkt schon etwas zu sehr ins klischeehafte abrutscht, sodass es manchmal sogar lächerlich wirkt. Douglas spielt überzeugend den gebeutelten Cop, der seinen titelgebenden niederen Instinkten allerdigs zu sehr freien Lauf lässt, sodass Arnie in Phantom Kommando gegen ihn wie ein Held der Frauenbewegung wirkt. Sharon Stone ist in einigen Szenen pure Erotik und spielt auch gut. Besonders erwähnt werden sollte noch George Dzunda ( schreibt man den so?), der einem mit seinen zynischen Sprüchen sofort sympathisch wird und für mich der coolste im Film ist.

Das einzge was an Basic Intstinct wirklich genial ist, ist die Musik des leider verstorbenen Altmeisters Jerry Goldsmith. Absolut perfekt und hochspannend wurde sie zurecht für den Oscar nominiert. Auch tadellos sind die anderen technischen Bereiche. Verhoeven versteht sein Handwerk, daran besteht kein Zweifel.

Fazit: Basic Instinct bietet gute Unterhaltung und wird gegen Ende sogar richtig spannend. Und wie bereits erwähnt gibt der Film vor intelligenter zu sein, als er eigentlich ist und die Zuschauer haben es ihm geglaubt. Deswegen ist er in gewisserweise sogar genial. Von einem Meisterwerk oder gar von einem Klassiker zu sprechen, wäre allerdings maßlos übertrieben.
8/10


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