|
 |

Ansicht eines Reviews
Marie Antoinette (2006)
Eine Kritik von Adam Kesher eingetragen am 17.01.2009, seitdem 515 Mal gelesen
Die österreichische Kaisertochter Marie Antoinette (Kirsten Dunst) wird aus politischen Gründen mit dem französischen Thronfolger (Jason Schwartzman) vermählt. Doch statt für Kindersegen zu sorgen und die Not des Volkes zu lindern, flüchtet sie sich in Müßiggang und Prasserei…
Ein monotoner, vom eigenen Konzept berauschter Bilderbogen, der keinerlei Interesse daran zu haben scheint, die Einmaligkeiten einer vergangenen Epoche zu entdecken, sondern allein auf den Wiederfund des Gegenwärtigen schielt: Marie Antionette, so spekuliert der Film, muss sich im Grunde wie heutige Mädchen in der Pubertät gefühlt haben, wie eine Heranwachsende im Trotzalter, die sich mit allen dazugehörigen Launen (darunter ungestüme Gefühlsausbrüche, hemmungslose Konsumsucht und heimliche Partyausflüge) gegen falsche Etikette und Fremdbestimmung behaupten musste – nur eine von vielen Gegenwartsvorstellungen, die der Film seiner Spielzeit unbekümmert unterschiebt. Dabei lassen weder die freimütigen modischen Verfremdungen, die sich in selbstgefälligen Stilbrüchen zu erkennen geben, noch die entlastende Perspektive auf eine verfemte historische Übeltäterin den Film zu einer Zumutung werden, sondern seine ausgeprägte Unlust, der Vergangenheit die ihr gebührende Eigenständigkeit zuzugestehen, eine eigene, unverwechselbare Mentalität und Identität. So blind die Hauptfigur gegen die Welt jenseits des Hofes bleibt, so blind bleibt der Film gegen Ideen und Konzepte außerhalb seiner eigenen Gegenwart.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Adam Kesher
Zurück
 |
 |
|