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Turistas (2006)

Eine Kritik von sectionse7en (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 22.03.2007, seitdem 1086 Mal gelesen



Die sogenannten Terrorfilme der neuen Generation sind meist nach dem gleichen Schema gestrickt und so unterscheidet sich „Turistas“ im Bezug auf Aufbau und Story nur geringfügig von thematisch ähnlichen Filmen wie „Hostel“ oder „Wolfcreek“.


Nachdem uns systematisch die Slowakei ( „Hostel“ ) oder Ungarn ( „Severance“ ) schon als lohnende Urlaubsziele vermiest wurden, schickt sich Regisseur John Stockwell an, nun auch Brasilien als Urlaubsland von der Liste erholungshungriger Backpacker zu streichen.


Anfangs wird noch das Fernweh nach Sonne, Strand, Partys, Drinks und heißen Tänzen verstärkt. Der Bikini-Ästhet konnte ja schon mit „Blue Crush“ und „Into the Blue“ Erfahrungen mit leicht bekleideten Schauspielern an schönen Drehorten sammeln.


Aber die Touristen sind ja ( für uns jedenfalls ) nicht zum Spaß am Strand. Da die Thematik in der kurzen Eingangssequenz schon verdeutlicht wird, wartet man als Zuschauer, wann und wie die entspannte Atmosphäre kippt. Und das hat Stockwell sehr gut gemacht. Die Spannung steigt enorm, wenn die Urlauber morgens beraubt und narkotisiert erwachen. Eine beklemmende Stimmung herrscht vor und wird nur durch einen kurzen, glücklichen Moment in einer Höhle unterbrochen, bevor sich der Doktor ans Werk macht.


Während in den ersten zwei Drittel langsam die Weichen für den blutigen Schluss gestellt werden, wird dann zum Ende hin ordentlich ausgeteilt. Dabei sind die Effekte nicht übermäßig eingesetzt und werden nicht ausgewalzt. Trotzdem sitzen diese Szenen. Höhepunkt ist wohl die Operation an der unter Drogen gesetzten Amy ( Beau Garret ), in der der Doc auch gleichzeitig über seine Motivation für seine schändlichen Taten sinniert. Man bekommt ein mulmiges Gefühl, weil Verhalten und Situation ein gut vorstellbares, reales Bild vermitteln und genau das macht „Turistas“ zum besseren „Hostel“. Die Charaktere verhalten sich ein bisschen normaler und selbst die bösen Buben haben ein nachvollziehbares Motiv.


In den amerikanischen Kinos floppte der 10 Mio. Dollar teure Streifen zwar, aber auf DVD wird er mit Sicherheit hier- und dortzulande seine Fans finden.
Wir reden doch hier schließlich von Titten und Terror im Urlaubsparadies, und solange letzteres nur am Fernsehschirm passiert, ist doch alles bestens oder?


( geschrieben für Oli von mehrfilm.de )
8 von 10


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