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Turistas (2006)

Eine Kritik von Kizu (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 30.05.2007, seitdem 311 Mal gelesen


Gar nicht so übel, der neueste Streifen des ehemaligen "Nur-Schauspielers" John Stockwell, der hier recht gelungen Suspense mit Spaß (will nicht sagen "Humor") verknüpft.
Gleich der turbulente Anfang macht Lust auf mehr; die Protagonisten sind unterwegs durch Brasilien. Den Bus einem Flieger vorzuziehen entpuppt sich dabei als absolute Fehlentscheidung; nach einigen nervenzerfetzenden Minuten halsbrecherischer Fahrt entkommen sie nur knapp dem Tode. Nun müssen sie zufuß weiter und schnell merken, dass die irrsinnige Kamikazefahrt des Busfahrers erst der Anfang war. Hatten die jungen Leute nur Sonne, Sex und Alkohol im Kopf, als sie beschlossen, Rio DeJaneiro zu bereisen, so müssen sie nun erkennen, dass sie sich nicht nur mit anderen Siiten und Bräuchen, sondern mit vollkommen anders gepolten Menschen herumschlagen müssen.
Zunächst werden sie von einigen Einheimischen ausgeraubt.
Als sie aber wegen eines entstandenen Handgemenges vor den wütenden Bewohnern eines Dorfes flüchten müssen, werden sie von einem vermeindlich gutmütigen Einheimischen in ein Haus gelockt, tief verborgen in den tiefsten Tiefen des Dschungels.
Dass etwas mit dem Haus nicht stimmt, bemerken die jungen Leute sehr schnell. Da sie aber die Strecke zurück ins Dorf wegen einbrechender Dunkelheit nicht noch einmal bestreiten wollen, beschließen sie, dort zu übernachten.
Ein fataler Fehler. Der Einheimische, der die Protagonisten angeblich zu deren Schutz in das Haus gelockt hatte, hatte eigentlich die Mission, für einen gestörten Organhändler mit sozialgenugtuerischer Handlungsmoral Fleisch zum Ausschlachten herbeizuschaffen.
Ein bitterer Überlebenskampf beginnt, den nur ein dezimierter Teil der Gruppe übersteht.

Wer nun sagt, dass der Plott nach schon zehnmal wiedergekäuter Sülze klingt, der hat Recht! Erst zuletzt in HOSTEL wurden Touristen Opfer kriminell veranlagter Einheimischer.
Während Eli Roth´s meiner Meinung nach vielerseits total überwerteter Pseudo-Schocker aber bis zur Mitte hin nur banal und pupertär ist, bietet TURISTAS von Anfang an Fun, Action und teilweise atemberaubend schöne Naturaufnahmen, die sehr schön fotografiert wurden.

Auch die Message, wenn sie auch nur ein Alibi darstellt, gefällt mir besser als Roth´s tendenziell rassistische Anti-Tschechien-Propaganda; ein durchgeknallter Arzt, der in seiner Mission seine armen Landsleute rächt, die gerne von reichen Ausländern ihrer Innereien beraubt werden, ist zwar Murks, aber verdaulicher als eine bloße Panikmache vor Bratislava.

Kurzum; ein sehr solider wenn auch nicht herausragender Thriller mit tollen Aufnahmen und hohem Unterhaltungswert.


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