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Blutige Pfad Gottes, Der (1999)

Eine Kritik von alpha&omega (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 23.11.2006, seitdem 876 Mal gelesen


Um es direkt vorweg zu sagen: „The Boondock Saints“ („Der blutige Pfad Gottes“) ist einer meiner Lieblingsfilme.
Einfacher Grund für diese Tatsache ist, dass Humor, Action und grandiose Darsteller in diesem Film zu genießen sind und das in einer wirklich perfekt aufeinander abgestimmten Art und Weise!


Die aus Irland stammenden Brüder Connor und Murphy McManus sind Erzkatholiken und somit streng gläubig. Doch als am Abend des St. Patrick Day ihre Stammkneipe von Schergen der Russenmafia besucht wird und jene Schutzgeld abkassieren wollen oder sonst den Laden kurz und klein hauen, macht es „klick“ bei den Beiden! Die Russen bekommen aufs Übelste von den Leviten eine auf ihre Visage. Diese heldenhafte Aktion der Brüder McManus spricht sich schnell im Viertel rum und so werden sie schon bald als heilige Rächer des Allmächtigen verehrt. Geschmeichelt von der Ehre die ihnen zu Teil wird fühlen sie sich dazu berufen alle kriminellen der Stadt das Lebenslicht vorzeitig auszupusten. Derweil tappt die Polizei unbeholfen im Dunkeln und wundert sich ein wenig warum alle Ganoven in der Stadt ermordet werden. Doch der exzentrische und homosexuelle FBI-Agent Smecker (ein genialer William Dafoe) kommt den „Heiligen“ auf die Schliche. Doch das interessiert die saufenden Saints recht wenig, denn der blutige Feldzug durch die Stadt, hat erst dann ein Ende wenn alle kriminellen vor ihren Schöpfer treten...


Troy Duffy, Autor und Regisseur zugleich, schuf einen der genialsten Actionfilme aller Zeiten, der die Coolness und den Charme von Tarantinofilmen besitzt und zudem gesellschaftskritisch kontrovers Selbstjustiz zum filmischen Sujet macht. Der katholische „Jihad“ der beiden Protagonisten ist detailverliebt in Szene gesetzt und die beiden wirken in ihren Rollen so authentisch, dass man als Zuschauer mit ihnen stark sympathisiert. Kongenial sind die martialisch anmutenden Schusswechsel und von schwarzem Humor durchtränkten Filmsequenzen geprägt, welche nicht nur eindringlich von Duffy filmisch festgehalten wurden, sondern auch hervorragend von Sean Patrick Flanery und Norman Reedus gespielt wurden. William Dafoe in der Rolle des exzentrischen FBI-Agenten liefert in „Der blutige Pfad Gottes“ wohl seine größte schauspielerische Leistung in seiner umfassenden Filmographie ab. Herrlich ironisch und arrogant mimt er den „besseren“ Cop und speziell seine Ausraster sind zum totlachen.
Dem Plot zu Folge müsste man der Annahme nachgehen, dass der Film eigentlich stinklangweilig und nichts weiteres als ein billiges Actionmassewarewerk ist, was sich in die diesbezüglich gefüllten Videothekenregale stillschweigend einsortiert (Dieser Annahme ging ich vor einigen Jahren auf den Leim). Zur großen Überraschung des geneigten Actionfilmfans wird er ein Genremeisterwerk entdecken, was Tarantinofilmen in nichts nachsteht. Wobei der Tarantinovergleich ein wenig hinkt, denn Duffy hat in diesem düsteren und ironischen Film seine eigene Handschrift drunter gesetzt.


Fazit:
Kurzweiliger und schwarzhumoriger Actionspaß der Superlative, der weder mit Blei noch mit Blut geizt. Herrliche Schauspieler steuern zum einzigartigen Charme von „Der blutige Pfad Gottes“ maßgeblich bei. Ein Muss für jeden Fan des ironischen Actionfilms!

10 Punkte

AMEN


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