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Blutige Pfad Gottes, Der (1999)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 04.04.2002, seitdem 1830 Mal gelesen
„Der blutige Pfad Gottes“ ist ein außergewöhnliches Regiedebüt abseits des Mainstreams, dass auf jeden Fall einen Blick wert ist.
Die Hauptfiguren sind die Brüder Conner (Sean Patrick Flanery) und Murphy MacManus (Norman Reedus). Die Anfangssequenz zeigt sie am St. Patricks Day in einer Kirche, wo sie beten. In „Der blutige Pfad Gottes“ spielt Religion eine große Rolle und unsere Helden sind sehr religiös. Während der Pfarrer vom Leben als guter Christ predigt, lauschen die beiden auch sehr aufmerksam. Eine gute Charakterisierung der Hauptdarsteller, die Regisseur Troy Duffy ohne große Worte inszeniert hat.
Doch wie es sich für Iren gehört, gehen die MacManus-Brüder erst mal am St. Patricks Day einen saufen, doch drei Typen von der Russenmafia, die den Laden übernehmen will, machen Stress – am nächsten Tag sind zwei davon tot. Der Mord wird erst mal ausgelassen und es wird die Untersuchung des Tatorts durch den FBI-Agenten Paul Smecker (Willem Dafoe) gezeigt. Während die Bostoner Polizei alles falsch deutet, rekonstruiert er den Tathergang exakt. Auch wenn der Zuschauer immer noch nicht weiß, was genau passiert ist, so ahnt er doch, dass die MacManus-Brüder in die Geschichte verwickelt sind.
Tatsächlich kreuzen die Brüder bald im Polizeirevier auf und erzählen Smecker, wie alles gelaufen ist. Hier zeigt sich der geschickte, eigentlich simple Kunstgriff von „Der blutige Pfad Gottes“: Die Gewalttaten werden erst von der Polizei und Smecker untersucht und danach erfährt man in einer Rückblende wie alles gelaufen ist (und man sieht, dass Smecker fast jedes Indiz richtig deutet).
Während die Öffentlichkeit jubelt, weil jemand mal etwas gegen die Verbrecher getan hat, lässt Smecker sie frei, da sich die Situation als Notwehr erweist. Doch die neuen Helden bereiten auf einen Kreuzzug vor: Sie rüsten sich mit Waffen aus, um gegen weitere Verbrecher ins Feld zu ziehen.
„Der blutige Pfad Gottes“ vermischt Komödie und Thriller in der Machart von Quentin Tarantino oder Guy Ritchie. Auch deren stark visuellen Stil übernimmt Troy Duffy, aber „Der blutige Pfad Gottes“ ist kein Abklatsch von „Pulp Fiction“, „Snatch“ und Co.
Die Story geht geradlinig weiter und bietet einigen Einfallsreichtum, auch wenn sich das erste Szenario (Tatort finden, Tatort untersuchen, Rückblende) eigentlich nur noch wiederholt. Aber gerade diese Art macht ja den Reiz von „Der blutige Pfad Gottes“ aus, obwohl es im weiteren Verlauf dann ein wenig an Originalität mangelt.
Der Humor des Films ist schwarz, derbe und nichts für sanfte Gemüter. Da wird schon mal aus Versehen eine Katze zu einem roten Fleck an der Wand verarbeitet oder ein Finger abgeschossen. Als rassistisch würde ich den Film nicht unbedingt einstufen, auch der achso schlimme Witz ist so alt wie die Menschheit selbst. Wenn man sich allerdings an gröberem Humor stößt, sollte man einen Bogen um „Der blutige Pfad Gottes“, zumal in dem Film fast pausenlos geflucht wird. Sehr witzig ist vor allem der arrogante Smecker, der jede Gelegenheit nutzt die Bostoner Polizisten zu demütigen (Stichwort Kaffee holen).
Angereichert wird „Der blutige Pfad Gottes“ mit einigen Shoot-Outs, wenn der Kreuzzug der McManus-Brüder fortschreitet. Diese sind zwar eher unspektakulär, aber gut gemacht und bieten einige blutige Einschüsse. Als Actionfilm würde ich „Der blutige Pfad Gottes“ allerdings nicht bezeichnen.
Der visuelle Stil Troy Duffys ist sehr gut und macht zum großen Teil den Reiz des Films aus. Mit gut gewählten Kameraperspektiven und der nötigen Optik hebt er seinen Erstling auch filmisch auf ein recht hohes Niveau.
Der Soundtrack ist recht abwechslungsreich und bietet Musik verschiedener Gattungen, die aber sehr gut gelungen ist. Mit persönlichen haben die rockigen Klänge, die „Der blutige Pfad Gottes“ öfter mal anschlägt, sehr gut gefallen.
Die Schauspieler sind klasse, aber bis auf Dafoe weniger bekannt. Willem Dafoe macht als überheblicher Smecker eine sehr gute Figur und liefert eine komödiantische Glanzleistung ab. Die Darsteller der MacManus-Brüder sind auch recht gut, auch wenn ihre Rollen ihnen nicht so viel abverlangen.
„Der blutige Pfad Gottes“ ist ein schräger Film, der mit neuen Ideen, viel Humor und gelegentlichen Actioneinlagen recht gut unterhält.
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