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Premutos - Der gefallene Engel (1997)

Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 01.09.2004, seitdem 988 Mal gelesen


Der "gefallene Engel" Premutos, der von Zeit zu Zeit auf die Erde kommt, dort für Splatter-Szenen sorgt (auch im Mittelalter, allerdings nur, wenn der Schneepflug gerade da war) und dann schnell wieder stirbt, ergreift Besitz von dem Körper eines vertrottelten
Dorfburschen und mischt eine ultralangweilige Partygesellschaft auf, die sich die Zeit damit vertreibt, sich gegenseitig mit Popeln und Erbrochenem zu verunreinigen.

Hier hat Olaf Ittenbach meiner Ansicht nach die Möglichkeit nicht wahrgenommen, einen auch außerhalb des Amateurbereichs im ganzen akzeptablen Film zu drehen. Mit dem für einen Amateurfilm schon ziemlich hohen Budget wäre das wohl nicht ausgeschlossen gewesen. Das einzige, was an diesem Film etwas taugt, sind die massenweise präsentierten und total überzogenen Splattereffekte. Ansonsten verliert sich das Filmgeschehen im Chaos aus debiler Provinzposse, lächerlichen pseudohistorischen Kostümszenen und mißlungenen Starke-Männer-Gehabe ("Ich laß mir von euch meine Party nicht vermiesen" - "Das hier ist jetzt mein Krieg"). Es wäre viel besser gewesen, die ganzen in der Vergangenheit spielenden Szenen wegzulassen (die meisten haben sowieso keine Funktion für die eigentliche Handlung) und dafür zu versuchen, eine schlüssige und gut gespielte Geschichte innerhalb des Milieus zu schaffen, wo die Handlung tatsächlich angesiedelt ist.
Vor allem die Kreuzigungs- und die Schottland-Szene wirken mit ihren billigen Szenarien nur störend. Solchen Mißratenheiten steht dann die unterbelichtete Geburtstags-Gesellschaft gegenüber, wo Humor der alleruntersten Schublade dargeboten wird. Wer bisher keine Vorbehalte gegenüber Laienschauspiel hatte, wird nun schmerzhaft von der Begründetheit solcher Vorbehalte überzeugt werden. Langgezogene Querelen um eine noch in der Wäsche befindliche Fußball-Hose oder das versaute Designer-Kleid einer eingebildeten Spinatwachtel haben in einem solchen Film nichts zu suchen, und teilweise hat man den Eindruck, als habe der Regisseur den Film durch solche Szenen künstlich in die Länge ziehen wollen. Achtzig Minuten statt über hundert hätten völlig genügt.

Der Film ist wirklich nur für Bluthunde sehenswert.


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