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Kalifornia (1993)

Eine Kritik von Tyler Durden! (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 12.12.2004, seitdem 621 Mal gelesen


Also erstmal muss gesagt werden, dass es durchaus erfrischend war, zu erkennen, das Brad Pitt nicht in jeglichen Rollen das perfekte männliche Wesen darstellt, das alle anhimmeln. Die weibliche Person, die mit mir unter anderen diesen Film ansah, empfand sogar eher Abneigung als Zuneigung.
Doch nun zum Film: Ich persönlich fand ihn durchaus gelungen. Die Besetzung war sehr gut und hat sich vor allem sehr gut ergänzt. Der durch Akte X bekannte Darsteller Dave Duchovski(oder so ähnlich) passt perfekt in die Rolle des weichlichen Durch-Das-Land-Tramper, der es mit dem Serienkiller Brad aufnehmen muss. Hab schon wieder vergessen, wie er im Film heißt. Die beiden Männer sind also durchaus sympathische Figuren. Die Frauen nerven eher: Brads Tussi ist total nervig, man würde sei zeitweise am liebsten höchstpersönlich erschießen, bei dem dummen Geschwafel, dass sie den ganzen Film über von sich gibt. Wie sich am Schluss herausstellt, hat das ja traumatische Hintergründe, das ist für mich aber keine Entschuldigung. Und Dave's Frau ist ihm eher überlegen, was sie auch eher unsympathisch macht, da sie emanzipierte Ansätze zeigt. Wir erkennen also: Das Gefüge, das in diesem Film erstellt wurde, ist genial: 2 Pärchen machen sich auf den Weg nach Kalifornien, um dort ein neues Leben anzufangen. Leider kennen sie sich gar nicht, das gemeinsame Reisen hat finanzielle Hintergründe. In der einen Beziehung hat offensichtlich der Mann die Hosen an, in der anderen die Frau. Daher weiß Dave auch nicht, dass er es mit einem Massenmörder zu tun hat, der den Staat gar nicht verlassen dürfte. Als er es aber feststellt, entsteht im Film eine sehr gut gemachte Spannung, den vorher verstanden sich die beiden prächtig. Genial ist die Szene, in der Dave zum ersten Mal erkennt, dass Brad kein harmloser Mitreisender ist. In einer Kneipe wird er nämlich von einem Kerl dumm angemacht. Brad versucht gar nicht erst, den Konflikt mit Worten zu lösen, sondern verpasst dem Kerl die Trachtprügel seines Lebens. Die Szene ist so dargestellt, das man das nicht schlimm findet, sondern sich eher noch denkt: "Jo, tret ihm in seine verdammten Eier!" Als Brad dann auch noch an einer Tankstelle einem Angestellten das Gesicht wegschießt, fährt die Reise aus den Rudern. Brad übernimmt die Kontrolle und bedroht seinen ehemaligen Kumpel mit einer Waffe, weil der ihn mittlerweile auf das Drängen seiner Frau hin loswerden wollte. So muss der weichliche Dave das anwenden, was er von seinem ehemaligen Kumpel gelernt hat: Gewalt und Waffen. Das Ende ist ziemlich spannend. Gewalt wird im film sehr gut dosiert und in der richtigen Härte zur Schau getragen. Was verhindert, dass der Film zu den besten gehört ist, das er an manchen Stellen langweilig wird. Zudem nerven die weiblichen Charaktere einen zu sehr. Man hätte das Trauma der Mörderfrau auch so darstellen können, das sich der Zuschauer nicht wünscht, sie sei tot. Alles in allem dennoch ein ziemlich guter Film, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte!
Der Don


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