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Omen, Das (2006)

Eine Kritik von Mike Lowrey (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.06.2006, seitdem 1005 Mal gelesen


Der 6.06.06. Beliebtes Schnapszahldatum für phantasielose Hochzeitspaare und gleichzeitig ein historischer Tag für alle Satansjünger und solche, die sich dafür halten. Aber auch ein optimaler Starttermin in den Augen der Verleiher, um den Sohn des Teufels im Kino wieder auferstehen zu lassen. Das Omen ist ein Remake des gleichnamigen Originals von Regisseur Richard Donner (Lethal Weapon-Reihe) aus dem Jahre 1976. Erneut ein unnötiges Remake eines Klassikers des Horrorfilms?

Böser Junge!
Seit Jahrhunderten steht sie in der Bibel geschrieben: die Prophezeiung rund um das Armageddon, den Weltuntergang und den Aufstieg des Antichristen. Sieben Katastrophen sollen Hinweise auf die baldige Stunde Null geben und der Komet, den ein Priester in der Sternwarte des Vatikans beobachtet, gehört dazu…
Robert Thorn (Liev Schreiber) und seine Frau Katherine (Julia Stiles) erwarten ein Kind. In der Nacht der Geburt gibt es Komplikationen und Thorn wird zum Krankenhaus beordert. Dort erwartet ihn ein Pater, der ihm eröffnet, dass sein Kind bei der Geburt gestorben sei und dass Katherine keine weiteren Kinder wird haben können. „Glücklicherweise“ weiß sie noch nichts davon, deshalb gelte es, laut des Priesters, schnell zu handeln. Ein fremdes Baby soll den Platz der Fehlgeburt einnehmen und die ahnungslose Katherine glücklich machen. Aus Liebe zu ihr entschließt sich Robert zu der folgenschweren Notlüge und nimmt Damien, wie sie ihn nennen, wie seinen eigenen Sohn auf. Die nächsten vier Jahre leben die drei wie eine ganz normale, glückliche Familie zusammen, doch dann geschieht etwas, das die Wende in der glücklichen Eintracht bringen soll. Das Kindermädchen stürzt sich bei Damiens Geburtstagsfeier per Strick vom Dach des Hauses. Nach und nach geschehen weitere mysteriöse Todesfälle und Vorkommnisse, die alle irgendwie durch Damien verursacht werden. Katherine fängt an, Angst vor ihrem Sohn zu bekommen und wie sich nur kurze Zeit später herausstellt, ist die nicht unbegründet. Und auch Robert macht sich Gedanken, als er mehrere Male von dem scheinbar verwirrten Pater Brennan vor seinem Sohn gewarnt wird. Langsam kommen Robert Zweifel und er beginnt mit Unterstützung des Reporters Keith Jennings (David Thewlis) Nachforschungen rund um Damien anzustellen…

Guckst Du?
Morddrohungen soll John Moore im Vorfeld der Produktion von Das Omen von wütenden Fans des Originals bekommen haben. Dabei ist es in heutiger Zeit überhaupt nichts Besonderes mehr, einem Klassiker des Suspensekinos eine Frischzellenkur zu verpassen, solange die Neuinterpretation ihrem Vorbild gerecht wird. Kommen wir also zu der neuen Version. Diese ist logischerweise weit besser fotografiert und ausgestattet als Donner`s Film, dem man an einigen Stellen sein knappes Budget durchaus ansehen konnte. Die Story ist, mit leichten Abweichungen, die gleiche geblieben und hier kommen wir auch schon zum Hauptproblem, denn diese wirkt so zäh und langatmig erzählt, dass man meinen könnte, der Film hätte Überlänge. Von einem Indiz zum nächsten hetzen Robert und Jennings und kommen der Lösung des Rätsels doch nur ziemlich behäbig nahe. Allerdings war der ziemlich durchsichtige Plot schon im Original nicht besser erzählt worden. Liev Schreiber und Julia Stiles liefern als ratlose Eltern eine passable Leistung ab, wobei Stiles mit ihrer emotionalen Darstellung ihren männlichen Partner mühelos überflügeln kann. Der kleine Seamus Davey Fitzpatrick als Teufelsspross hat bei genauerer Betrachtung nicht viel Talent für seine Rolle aufzubringen, beschränkt sie sich doch meistens auf „böse gucken“, was aber eigentlich jedes Kind dieses Alters perfekt beherrscht. Pete Postlethwaite als irrer Pfarrer Brennan und David Thewlis als Jennings hatten zwar schon weit bessere Rollen, stellen aber keinen Ausfall dar. Die Figur des neuen Kindermädchens, das scheinbar nur aus einem Grund auf Damien aufpassen will bleibt jedoch ziemlich unterentwickelt und wird nicht näher erläutert. Warum, wird wohl ein Geheimnis der Drehbuchautoren bleiben. Durch die spannungsarme Erzählweise verspielt der Film viel von seinem Gruselpotential und bleibt leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die ein bis zwei Schockmomente sind in ihrer Machart im Prinzip auch schon uralter Kaffee und erschrecken wohl nur durch den plötzlichen lauten Soundtrackeinsatz. Viel verwunderlicher wirkt da schon, dass John Moore, der bisher eher mit zweitklassigen Filmen wie Im Fadenkreuz - Allein gegen alle und Der Flug des Phoenix auf sich aufmerksam machte, scheinbar ein Fan der Final Destination-Reihe ist, denn die Unfälle in Das Omen könnten ihn glatt zu einem inoffiziellen Teil 4 machen. Unter Grusel verstand man sonst eigentlich mal etwas völlig anderes.

Hol`s der Teufel
Alles schon mal gesehen lautet die Devise bei Das Omen. Das Remake ist keineswegs schlecht, aber vermag sein Publikum zu keinem Zeitpunkt zu packen, da die Story wesentlich zu kaugummiartig erzählt wird und Moore es versäumt, statt unnötiger Splattereffekte mehr Schockmomente in seinen Film zu integrieren. Die Einspielergebnisse werden zeigen, ob die restlichen alten drei Fortsetzungen aus den 80ern auch noch generalüberholt werden, doch angesichts dieses lahmen Erstlings muss die Frage erlaubt sein, ob man einen Klassiker nicht manchmal einfach ruhen lassen sollte.

Dialoghighlight: „Das ist mein Sohn, von dem wir hier reden!“
- „Nein, das ist der Teufel!“

Fazit: 6 von 10 Kindern in der Trotzphase


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