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Omen, Das (2006)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 20.06.2006, seitdem 479 Mal gelesen


Es ist so ähnlich wie in der Musikbranche: Fällt den Leuten nichts Neues mehr ein, greift man vergessene Perlen wieder auf, um sie dem aktuellen Zeitgeist anzupassen. Das gelingt in den seltensten Fällen und auch beim Omen muss man sich die Frage stellen, ob denn eine 1:1 Kopie überhaupt Sinn macht.
Und wenn man den Ablauf schon kennt, ist man ziemlich sicher vor Überraschungen, leider!
Man weiß im Voraus schon, was geschehen wird, so stellt sich letztlich nur die Frage, wie Regisseur John Moore den Okkultgrusel umgesetzt hat.

Damien ist der Satansbraten der Familie Thorn, Robert Botschafter und Kate…Mutter.
Eigentlich auch nicht ihr leibliches Kind, da es ihnen beim Tod des Eigenen mehr oder weniger untergejubelt wurde. Nun ist Damien aber auf die Erde gekommen, um die Apokalypse einzuleiten, was auch ein warnender Priester nicht verhindern kann. Thorn und Fotograf Jennings suchen nach der Wurzel allen Übels…

Dieses Remake zählt zu den komplett unnötigen Dingern der letzten Zeit. Warum, um alles in der Welt, traut sich ein Regisseur nicht mal eine richtig deutliche Abweichung vom Originaldrehbuch zu?
Nein, schön brav das Original kopieren, damit bei der Premiere am 6.6.2006 die Kinokassen klingeln, obgleich die Zahl 666 in ihrem Ursprung schon wissenschaftlich widerlegt wurde, aber die Instrumentalisierung funktioniert nach wie vor.

Besonders in der ersten Stunde zieht sich das Geschehen fast statisch hin, da man mit den Figuren überhaupt nicht warm werden kann. Bietet Gregory Peck im Original schon nicht seine beste Leistung, ist Liev Schreiber eine einzige Enttäuschung und agiert noch hölzerner als Julia Stiles in der Rolle seine Frau.
Auch nicht besser ist der Satansjunge, der zwar steif böse gucken kann, ansonsten eher wie ein verzogenes Balg wirkt, aber nicht wie ein Kind, mit dem man nicht mal fünf Minuten Fangenspielen möchte.
Insgesamt wirken die Darsteller blass und wenig motiviert, da kann auch Mia Farrow als böses Kindermädchen nichts ausrichten.

Da die Handlung und teilweise sogar die Dialoge 1:1 übernommen wurden, langweilt man sich vor allem durch die erste Filmhälfte. Mit Atmosphäre hat man es hier nicht so, denn weder die Musik von Beltrami, noch der Unfalltod des Priesters im Regen können Stimmung erzeugen.
Zwar ist eine Explosion gleich zu Beginn ganz ordentlich ausgefallen und auch der Gorilla, der beim Zoobesuch Damiens ausrastet und fast die Scheibe einschlägt, erzeugt kurzen Nervenkitzel, nur wirken diese Szenen viel zu kurz und abgehackt. Kaum kommt Spannung auf, schon wartet die nächste kopierte Szene.

In der letzten halben Stunde geht es tatsächlich ein bisschen ab und man gewinnt den Eindruck, der Regisseur habe bis dato Gedrehtes gesehen und sei, vollkommen zu Recht, der Meinung, nun müsse aber Tempo rein.

Das geschieht dann auch, wenn Thorn und der Fotograf auf einem alten Friedhof von Höllenhunden attackiert werden und Letztgenannter stilvoll durch eine Kettenreaktion geköpft wird. Insgesamt gegen Ende deutlich besser, aber nicht das, was der Stoff hergegeben hätte.
Es kommt zwar ein wenig Atmosphäre auf, aber man wird nie den Eindruck los, dass hier jemand auf Biegen und Brechen eine fast exakte Kopie produzieren wollte.
Die Schwächen im Drehbuch des Originals wurden beibehalten, die Logiklöcher wurden nicht gestopft. So wird das eigenmächtig handelnde Kindermädchen nicht vorzeitig entlassen und Damiens stark auffälliges Verhalten kaum hinterfragt.
Zwar lassen sich innerhalb der Inszenierung keine eklatanten Schwächen feststellen, doch mit ein paar schrillen Inserts und modernem Setting ist auch keine Rechtfertigung für dieses Remake gegeben.
Es bleibt, wie so viele andere seiner Art, ziemlich unnütz und nur für Leute, die die Originalfassung nicht kennen, leidlich sehenswert.
Der Film mag 1976 noch unbedarfte Gemüter erschreckt haben, doch in Zeiten von „Hostel“ und „Irreversible“ erwartet man etwas, was an die Substanz geht.
Tut dieses Remake nicht.
5 von 10 Punkten


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