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Omen, Das (2006)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 28.03.2007, seitdem 354 Mal gelesen


Für die Produzenten war es sicher ein Coup das Remake von „Das Omen“ am 6.6.06 starten zu lassen, ansonsten ist die Neuauflage des 76er Films allerdings weniger raffiniert.
Eine der wenigen Modernisierungen ist die Auftaktszene, in der Leute des Vatikans Vorzeichen deuten, dass bald der Sohn des Teufels geboren wird. Bilder von Raketenstarts, dem 11. September usw. updaten biblische Prophezeiungen, doch schon kurz darauf wird der Film zu einer beinahe exakten Kopie des Originals, dass es sicher berechtigt ist die Frage zu stellen, ob das Remake eine tatsächliche Daseinsberechtigung hat.
Botschafter Robert Thorn (Liev Schreiber) wird ins Krankenhaus gerufen – sein Sohn ist im Kindbett gestorben. Um die Nerven seiner Frau Kathrine (Julia Stiles) zu schonen, folgt er dem Ratschlag eines Priesters und nimmt ein Kind auf, dessen Mutter zur gleichen Zeit verstarb wie sein Sohn, ohne seiner Frau davon zu erzählen. Das Kuckucksei ist ins Nest gelegt, wie im Original ist Robert mit dem Präsidenten verwandt, was dem Bösen noch mehr Machtpotential ist.

Jedoch ziehen die Thorns den kleinen Damien als ihren eigenen Sohn groß ohne Verdacht zu schöpfen – bis sich seltsame Vorfälle, unter anderem der Selbstmord des Kindermädchen, ereignen...
„Das Omen“ ist ein Remake, dass es dem Zuschauer nicht einfach macht, denn er hält sich fast sklavisch an das Original, da ist eine leichte Änderung der Enthauptungsszene noch einer der gravierendsten Unterschiede, sieht man vom neuen Auftakt ab. Insofern ist „Das Omen“ von 2006 leider für jeden Kenner des Originals eine sehr vorhersehbare Angelegenheit, da sich so gut wie keine Ansätze von Neuinterpretation in dem Schauerstück finden. Doch auch als eigenständiger Film betrachtet, ist die Neuauflage etwas schwächer als das gute, jedoch nicht perfekte Original.
So merkt man vor allem in der ersten Hälfte, dass Regisseur John Moore nicht das Können von Richard Donner besitzt. Zwar spult er den Plot halbwegs zügig runter, aber eine Aura der Bedrohung will sich nicht so recht einstellen. Erst in Hälfte zwei, wenn Robert nach Antworten sucht, nimmt der Film mehr Fahrt auf und kann in dieser Phase mit dem Original sogar mithalten. Dabei genießt die Neuauflage den Vorteil immerhin deutlich kräftiger budgetiert zu sein, was sich dann auch positiv niederschlägt, z.B. beim gruselig gemachten Haus der Thorns.

In der zweiten Hälfte besitzt das Remake sogar ein paar sehr starke Einzelmomente, in denen es besser ist als das Original. Da wäre zum einen die deutlich gruseligere Friedhofsszene mit Roberts schaurigem Fund, die im Original zu sehr nach billig vernebelter Studiokulisse aussah. Auch der Tod im Krankenhaus ist hochspannend in Szene gesetzt und eines der Highlights im Remake. Auch die meisten Schockeffekte sind wirklich gut platziert, nur die Alpträume der Thorns sind etwas lächerlich, das sie aussehen wie eine durchgestylte IKEA-Version der Hölle.
Und noch einen Vorteil besitzt das Remake immerhin: Es ist schauspielerisch ungemein stärker. Vor allem das Casting von Liev Schreiber ist ein echter Glücksgriff, der talentierte Schauspieler verkörpert die Hauptrolle dermaßen überzeugend, dass auch Gregory Peck dagegen abstinkt. Julia Stiles ist OK, kommt aber kaum zum Zuge, Mia Farrow als Kindermädchen ist deutlich mehr Wolf im Schafspelz und spielt der Rolle deutlich subtiler als ihre Vorgängerin aus dem Original. David Thewlis ist Edelsupport; lediglich Seamus Davey-Fitzpatrick als Satansbraten Damien kann seinem Pendant aus dem Original nicht das Wasser reichen.

So erweckt das Remake gemischte Gefühle: Aufgrund des sklavischen Neuverfilmens, das auch das modernere Umfeld kaum einbringt, ist „Das Omen“ von 2006 sehr vorhersehbar, zudem auch inszenatorisch meist schwächer als Richard Donners Film. Auf der Habenseite stehen dafür ein brillanter Hauptdarsteller, einige sehr starke Einzelszenen und ein höheres Budget, wodurch das Remake viele Sachen einfach besser umsetzen kann. Insgesamt passabel, aber wirklich gelungene Remakes oder Neuinterpretationen sehen anders aus.


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