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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)

Eine Kritik von enemy (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 28.07.2006, seitdem 196 Mal gelesen


Captain Jack ist zurück! Drei Jahre zogen ins Land, bis die Abenteuer des berüchtigten Jack Sparrow in den Kinos fortgeführt wurden. Grund genug, sich die Popcorntüte zu schnappen und sich ins nächstgelegene Lichtspielhaus zu begeben.

Jack (Johnny Depp) ist Angst und Bange. Er hat eine Rechnung mit Davey Jones (Bill Nighy) offen, schuldet ihm seine Seele. Jack sieht nur einen Ausweg: er muss Jones' "Truhe des Todes" finden und einen Handel ausschlagen. Sein magischer Kompass soll ihm und seiner Crew den Weg weisen.
Inzwischen hat in Port Royal der rücksichtslose Lord Beckett (Tom Hollander) das Sagen. Er nimmt Elizabeth (Keira Knightley) gefangen und beauftragt Will (Orlando Bloom) mit der Beschaffung von Jacks Kompass, sonst wird seine Verlobte sterben. Denn auch der Lord ist hinter Davey Jones' Truhe her.

Und so befindet man sich wieder mitten im Geschehen. Eine lange Einführung ist überflüssig, die Figuren sind zum Großteil alle bekannt. Somit kann das Abenteuer direkt beginnen.
Das Erste, was auffällt, ist der extrem erhöhte Slapstickanteil. Im ersten Drittel, vor allem auf der Insel der Eingeborenen, hat das allerdings einen negativen Effekt. Die vielen Slapstickszenen geben sich die Klinke in die Hand, einige Pointen sind arg vorhersehbar und flach und manche Sachen werden ewig ausgewalzt und ziehen sich dementsprechend. Im Verlauf des Films pendelt sich der Humor aber besser ein und hält sich gut die Waage mit dem Rest der Geschichte und dem gruseligen Horroranteil. Überhaupt ist der Film mitunter überraschend düster ausgefallen. Die Eröffnungssequenz kommt in tristem Regengrau; Vögel, die Gefangen die Augen aushacken; Überlebende, die von Jones' Mannen gemetzelt werden; Menschen, die von Tentakeln praktisch gefaltet werden (inklusive schmerzvoller Soundeffekte dazu)… im ersten Teil gab es sicher auch düstere und derbe Bilder, aber keinesfalls so zahlreich wie im Zweiten. Natürlich sterben aber nur Personen, die keinen wichtigen Part spielen oder zum Hauptcast gehören, denn es handelt sich immer noch um einen Disney-Film.

Die optischen Schmankerl in diesem Werk sind eindeutig Davey Jones und Konsorten. Diese Meeres-Phantome und ihr Schiff, die "Flying Dutchman", sind unglaublich einfallsreich und furchterregend gesteltet worden. Die Einarbeitung der Anatomie diverser Meeresbewohner sieht mitunter wirklich schön schaurig aus. Die Masken und Kostüme sind hervorragend, und auch, wenn viel mit CGI gearbeitet wurde, so verfehlt das Gezeigte seine Wirkung nicht. Ganz so viel Eyecandy wie im ersten Teil gab es aber nicht, denn Barbossas Crew bot in dieser Hinsicht viel mehr Angriffsfläche. Die Effekte waren aber nichtsdestotrotz auf hohem Niveau. Einzig die Angriffe des Kraken sehen manchmal sehr nach Computer aus.

Die Figuren haben sich im Vergleich zu Teil eins sogar geringfügig weiter entwickelt. Bei Sparrow blitzt hier endlich der hinterhältige Pirat durch und außerdem sieht man einen Liebeskonflikt zwischen Jack, Will und Elizabeth anbahnen.

Es ist schwer, diesen Film einzuschätzen ohne Teil drei zu kennen, denn der überraschende Cliffhanger am Ende macht aus Pirates 2 keinen abgeschlossenen Film im eigentlichen Sinne. Der Zuschauer wird bezüglich des Ausgangs der Geschichte allein gelassen. Manche mögen wieder auf Geldschneiderei schimpfen, aber die Studios währen ja auch schön doof, wenn sie nicht versuchen würden, Profit zu machen. Man sollte sich nicht über das Ende aufregen, denn das, was dort über die Leinwand flackerte war gute Unterhaltung. Manchmal überfrachtet und platt, aber dennoch gute Unterhaltung mit viel Tempo, Spannung und wirklich skurrilen Einfällen. Den Direktvergleich mit Teil eins verliert der Film aber trotzdem, denn er kann die Ausgeglichenheit des Vorgängers nicht erreichen. Es bleibt aber eine opulent ausgestattete Seemär mit ans Herz gewachsenen Figuren, die mit Davey Jones einen wirklich furchteinflößenden Schurken vorweisen kann. Behalten wir dieses Filmchen im Hinterkopf und freuen uns auf Teil drei.

12 von 15 Punkten (2+)


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