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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.07.2006, seitdem 769 Mal gelesen


Walt Disney und Jerry Bruckheimer holen zum zweiten Piratenstreich aus: Mit „Fluch der Karibik 2“ geht nun der mittlere Teil der inzwischen als Trilogie konzipierten Filmreihe an den Start.
An Figuren ist das gesamte Ensemble wieder mit dabei, wobei Schmied Will Turner (Orlando Bloom) und Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) kurz vor der Hochzeit stehen. Neben den beiden ist auch Elizabeth’ Vater Weatherby (Jonathan Pryce) mit dabei, doch auch andere alte Bekannte wie zwei der ehemaligen Geisterpiraten oder der frühere Kommodore Norrington (Jack Davenport) tauchen noch auf. Auch hinter der Kamera ist Regisseur Gore Verbinski wieder mit dabei, sodass „Fluch der Karibik 2“ mit altbekannter Crew in See sticht.
Doch was wäre „Fluch der Karibik 2“ ohne Captain Jack Sparrow (Johnny Depp)? Der hat momentan jedoch das Problem einen alten Handel mit dem untoten Piraten Davy Jones (Bill Nighy) einhalten zu müssen: 13 Jahre Captain der Black Pearl gegen Sparrows Seele. Allein eine geheimnisvolle Schatztruhe könnte Erlösung bringen und nach der sucht Jack jetzt. So urkomisch wie in „Fluch der Karibik“ ist Jacks erster Auftritt hier nicht, doch die zerschossene Krähe, die damit einhergeht, ist schon ein guter Lacher.

In Port Royal nimmt man Will und Elizabeth jedoch fest, weil sie Jack halfen. Man schlägt ihnen einen Handel vor: Will soll Jack zum Herkommen überreden, damit dieser seinen Kompass abgibt – andernfalls droht dem Paar der Galgen. Also sticht auch Will in See...
„Fluch der Karibik 2“ will in nahezu jeder Beziehung mehr bieten als der Erstling, sodass die Anzahl der Effekte noch weiter erhöht wurde. Jones’ Crew verwandelt sich nicht, sondern läuft ständig in einem Mischstadium zwischen Mensch und Meereslebewesen herum, sodass die Untoten mit Korallen bewachsen sind, den Kopf eines Hammerhais haben usw. Die CGI-Effekte und Masken sind wie beim Vorgänger allererste Sahne, wobei vor allem Davy Jones mit seinem Tintenfischkopf und der Krabbenschere ein echtes Meisterstück ist.
Leider bezieht sich das Mehr-Prinzip auch auf die Lauflänge und so kommt „Fluch der Karibik 2“ als zweieinhalbstündiges Monster daher, das sich an der einen oder anderen Stelle doch etwas kürzer hätte fassen können. Allzu große Längen hat der Film zwar nicht, aber stellenweise ist das Hin und Her zwischen verschiedenen Schauplätzen doch etwas zu ausgewalzt – eine Schwäche, die schon der Vorgänger hatte, die hier aber aufgrund der größeren Anzahl von Plots und Figuren noch extremer wird. Gerade in der Mitte hätte man da ruhig etwas streichen können.

Doch schlecht ist die Story nicht, denn sie führt so einige Ansätze weiter – u.a. um Wills Vater Stiefelriemen-Bill (Stellan Skarsgard), der inzwischen in Jones’ Crew dient. Zudem erfährt man wie Jack Captain der Black Pearl wurde und ähnliche Details, womit „Fluch der Karibik 2“ seinen Plot recht geschickt mit dem Erstling verwebt. Grobes Ziel ist zwar wieder das Finden verschiedener Artefakte ehe die Finsterlinge die guten Jungs kriegen, auch wenn das Ganze stellenweise etwas komplizierter als nötig dargestellt wird. Doch zum Glück behält Gore Verbinski ein recht hohes Tempo bei, um für Unterhaltung zu sorgen. Am Ende des Films gibt es einen ziemlichen Cliffhanger mit Blick auf den kommenden dritten Teil, aber da gab es in den letzten Jahren dreisteres.
Im Bereich Humor ist „Fluch der Karibik 2“ dem Vorgänger zwar etwas unterlegen, aber reizt immer noch zum Lachen. Vor allem Jack Sparrow mit seiner windigen, linkischen Art sorgt immer wieder für Erheiterung, auch wenn er hier nicht ganz so launig wie im ersten Teil vom Leder ziehen darf. Dazu kommt noch einiger Slapstick z.B. bei der Verfolgung durch Kannibalen oder einer Kabbelei am Strand, der für das gewohnte „Fluch der Karibik“-Feeling sorgt.

Im Bereich Action hat man die Fechtereien zwar etwas reduziert, doch die Nahkämpfe sind wieder gut durch choreographiert und recht spektakulär. Ein Kampf findet sogar auf einem rollenden Mühlrad statt, denn getreu dem Gesetz des Sequels muss man auch hier mit Gigantomanie klotzen. Dementsprechend wird noch mehr geschrottet, noch mehr zerstört, sodass es beinahe fast zuviel des Guten ist. Doch die finale Begegnung mit dem Kraken ist ein wahres Highlight und ein würdiger Showdown.
Johnny Depp als Captain Jack Sparrow ist mal wieder das Herzstück und agiert erneut auf hohem Popcornniveau. Orlando Bloom und Keira Knightley halten ganz gut mit, können aber erneut nicht gegen ihn anstinken. Bill Nighy ist kaum zu erkennen, verleiht der Figur aber trotzdem Charisma unter Make-Up und Effekten, während Stellan Skarsgard als Wills Vater gewohnt gut agiert. Auch die sonstigen Darsteller sind klasse und gegen Ende gibt es sogar einen Miniauftritt eines alten Bekannten.

Keine Frage: „Fluch der Karibik 2“ ist unterhaltsames Popcornkino, aber doch in diversen Punkten etwas schwächer als der erste Teil. Gerade bei der enormen Lauflänge hätte man problemlos straffen können, aber dank einiger Action, toller Effekte und der gewohnten Portion Humor ist auch dieser Film fetzige Unterhaltung.


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