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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)

Eine Kritik von Jayson (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 30.07.2006, seitdem 410 Mal gelesen


ACHTUNG: LEICHTE SPOILER

Was kann man des Öfteren bei erfolgreichen Filmen beobachten? Richtig, sie bekommen eine Fortsetzung. Genauso geschehen im Fall von „Fluch der Karibik“ aus dem Jahre 2003, mit dem der Regisseur Gore Verbinski seine filmische Version einer beliebten Walt Disney- Attraktion erfolgreich auf die große Leinwand zauberte. Jetzt, drei Jahre später, legt er mit „Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2“ den mittleren Teil einer unterdessen zur Trilogie angewachsenen Reihe nach und versucht an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen.

Der Piratenkapitän Jack Sparrow ist zurück auf der Leinwand und hat wieder einmal eine Menge Ärger am Hals, denn er hat Schulden bei dem alten Seeungeheuer Davy Jones. Dieser machte ihn einst zum Kapitän der Black Pearl und im Gegenzug versprach Jack ihm seine Seele. Nun muss Captain Jack einen Weg aus dem Schlamassel finden, wobei er sich und seinen alten Bekannten Will Turner samt beinahe Ehefrau Elizabeth Swann in ein großes Abenteuer stürzt.

Mit „Fluch der Karibik 2“ bekommt der Zuschauer einen locker leichten und unterhaltsamen Sommer- Blockbuster vorgesetzt, der zwar nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht, aber nichtsdestotrotz kurzweiliges Kino zum Hirnausschalten und Genießen bietet und das Publikum zu 150 Minuten Spaß und Abenteuer in karibischen Gefilden einlädt. Gastgeber sind die drei Hauptdarsteller des vorherigen Films- Captain Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth Swann. Alle sind wieder mit an Bord und so kann das Piratenabenteuer ohne große Umschweife beginnen. Nachdem kurz die Exposition von Will und Elizabeth dargelegt wird – beide werden für die Beihilfe zu Jacks Flucht in Teil 1 zum Tode verurteilt und können ihre Köpfe nur durch einen Deal aus der Schlinge ziehen- bekommt schon Jack seinen großen Auftritt: Unbekannte Männer werfen bei stürmischer See anonyme Särge ins Meer. Sie treiben ab. Die Kamera bleibt auf einem haften. Ein Vogel lässt sich auf dem Sarg nieder und ein lauter Schuss ertönt, der das Federvieh in Einzelteile zerlegt. Kurz darauf bricht Captain Jack wie ein frisch Widerauferstandener durch die Sargdecke und das Publikum hat seinen tuckigen Piraten wieder. Und für diesen kündigt sich dann schon der erste Ärger an. Der Kapitän des Fliegenden Holländers, Davy Jones, hat Bill Turner geschickt, um Jack an seine Schulden zu erinnern, womit die Triebfeder für den weiteren Filmverlauf gesetzt wird. Hier treffen wir zudem das erste Mal auf Wills Piratenvater Bill, der ein allzu tristes Leben als Sklave an Bord des Fliegenden Holländer führt. Wie dem auch sei, Jack bekommt seine Warnung und hat fortan nur noch das Ziel, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. So trifft er auf den von seiner Liebe getriebenen Will Turner, der etwas aus Jacks Besitz- einen magischen Kompass- benötigt, um sich und seine Geliebte vor dem Galgen zu bewahren. Das erste Zusammentreffen auf einer von Eingeborenen bewohnten Insel gestaltet sich dann schon angenehm humorvoll und actionreich. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem beinahe an einem Spieß gerösteten Sparrow, der tropischen Obstschaschlik fabriziert und auf seiner Flucht vor den Eingeborenen allerlei komödiantische Einlagen hinlegt. Aber auch der Rest seiner Crew, der in kugeligen Knochengefängnissen über einer Schlucht baumelt, sorgt für einige Lacher beim Publikum. Danach begnügt sich der Film für die restliche erste Halbzeit mit einem gemächlicheren Tempo und treibt die nicht ganz so originelle Handlung voran. Denn abermals geht es um einen Schatz, den es zu erobern gilt, und abermals müssen sich die Protagonisten diverser Hindernisse und Gegner erwähren, um ans Ziel der Träume zu gelangen. Diesmal handelt es sich dabei um eine Truhe, die nichts Geringeres als das Herz des Seemonsters Davy Jones beinhaltet, dessen Besitzer die uneingeschränkte Gewalt über den Piraten besitzt. Natürlich kommt das Jack gerade Recht, denn er sieht so seine Chance, aus Davys Schuld zu kommen. Aber er ist nicht der Einzige, der es auf das Herz abgesehen hat, denn auch Elizabeths Ex-Verlobter Norrington und Lord Cutler Beckett- verantwortlich für die Festnahme von Will und Elizabeth- gieren nach dem Organ.
Der Film bemüht sich merklich wenigstens ein annehmbares Storykonstrukt zu erschaffen und sich nicht episodenhaft von Actionszene zu Actionszene zu hangeln, was auf die Dauer- zumindest in den meisten Fällen- einfach nicht gut gehen kann. Je näher wir schließlich dem Finale kommen, umso mehr legt der Film dann wieder an Geschwindigkeit zu. Captain Sparrow und Co. kommen ihrem Ziel immer näher, was schließlich zu einem äußerst amüsanten Kampf zwischen Jack, Norrington und Will auf einem durch die Landschaft rollenden Mühlrad führt und noch eine unschöne Begegnung mit dem possierlichen Haustier von Jones, einer überdimensionalen Krake, nach sich zieht.
Die Action ist gut in Szene gesetzt, sodass Kämpfe und Schlachten angenehm dynamisch daherkommen und gut zu unterhalten wissen. Die Spezialeffekte sind ebenfalls ordentlich gearbeitet und passen sich bestens in den Film ein. Zwar sieht man welche Teile des Films aus dem Rechner stammen, aber warum sollte man sich bei einer Fantasy-Produktion krampfhaft an Realismus klammern?

Bei den Schauspielern ragt natürlich Johnny Depp als Captain Jack Sparrow deutlich mit seiner Leistung heraus. Keiner spielt den tuntigen Piraten so leichtfüßig und unbeschwert wie er, jedoch ohne dabei ins absolut Lächerliche abzudriften. Die anderen Schauspieler müssen sich da schon anstrengen nicht neben Depp unterzugehen, wobei Keira Knightley und Orlando Bloom ihre Sache gut machen und den Anforderungen für einen Popcorn-Streifen durchaus gerecht werden. Erwähnung finden sollten hier noch Davy Jones (Bill Nighy) und seine Crew von Seeungeheuern, die ein wahrer Leckerbissen für Freunde der maritimen Küche sind.

Insgesamt ist „Fluch der Karibik 2“ ein unterhaltsamer Kinospaß, der zwar ein paar Mankos hat, aber durchaus vergnügliche 150 Minuten Kurzweile bietet.


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