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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)
Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 02.08.2006, seitdem 372 Mal gelesen
Das mystische Piratenabenteuer um Jack Sparrow und die Crew seiner „Black Pearl“ geht auf die zweite Fahrt.
Die Erwartungen waren entsprechend hoch, nachdem Gore Verbinski mit seinem ersten Teil im Sommer 2003 riesig absahnte, musste eine Fortsetzung her.
Ach was, dachte er sich, machen wir gleich eine Trilogie daraus.
So entsteht bei „Pirates of the Caribbean 2“ auch leider ein wenig der Eindruck eines undankbaren Mittelteils, er kann dem Ersten kaum etwas Neues hinzufügen, soll aber gleichzeitig als Appetitanreger für den dritten Teil dienen.
Immerhin hat Verbinski wieder die gleiche Crew an Bord: Jack Sparrow(Johnny Depp), Will Turner(Orlando Bloom) und Elizabeth Swann(Keira Knightley).
Bis diese drei zueinander finden, dauert es allerdings eine Weile.
Während die englische Regierung Will auf Jack ansetzt, um dessen geheimnisvollen Kompass zu stibitzen, versucht (Captain) Sparrow eine Truhe mit dazugehörigem Schlüssel zu finden, um sich vom Erzfeind Davy Jones(Bill Nighy) zu befreien.
Elizabeth folgt den Spuren den beiden Männer.
Kunterbunt geht es wieder einmal zur Sache, auch wenn die Laufzeit mit etwa 150 Minuten etwas zu lang erscheint.
Es wird kaum geradlinig und etwas verworren erzählt, um möglichst viele Ideen reinzupacken, was am Ende leicht überladen wirkt und an einigen Stellen nichts mehr mit einem typischen Piratenabenteuer zu tun hat.
Dabei mangelt es aber nicht an unterhaltsamen Schauwerten.
Wenn Jack sich in der Gewalt eines Kannibalenstamms befindet und sich zwischen einer Obststange einfallsreich auf die Flucht begibt, bleibt kein Auge trocken.
Während seine Crew in Holznetzen über einem Abhang taumelt und die wunderbaren Kulissen zum Staunen einladen, vergisst man leicht, wer die eigentlichen Gegner sind und warum, wird man ohne Vorkenntnisse des ersten Teils auch nicht sofort begreifen.
So wird der Zuschauer von einem Schauplatz zum nächsten geschleudert, bekommt ein paar gute Actioneinlagen, wie den Degenkampf auf einem rollenden Mühlrad oder die Angriffe eines Riesenkraken serviert und darf zumindest damit zufrieden sein.
So reichhaltig die Actionszenen auch sind und das Tempo ordentlich vorantreiben, so fehlt es dem Geschehen eindeutig an Originalität und Charme.
Das mag vielleicht auch daran liegen, dass man sich an den asexuellen Jack Sparrow bereits gewöhnt hat und eine Monstercrew auf einem Piratenschiff nichts besonderes mehr darstellt.
Zudem ist der Einsatz einiger Figuren, wie der Voodoohexe nicht wirklich förderlich, sondern bringt unnötige Längen und noch mehr Sub-Plots, die zu nichts führen.
Der besondere Reiz dieses Fantasyabenteuers liegt immer noch bei Johnny Depp, der die Rolle des Jack Sparrow einmal mehr mit deutlich sichtbarer Spielfreude ausfüllt.
Als sympathischer Tollpatsch kann er mit einer ungeheuer starken Körpersprache, sowie einigen Glanzleistungen in Sachen Mimik punkten.
Allein die Szene, in der er einen Typen beobachtet, wie dieser ein Krabbeltier verspeist, sagt alles über sein darstellerisches Einfühlungsvermögen.
Daneben wirken Orlando Bloom und Keira Knightley ziemlich austauschbar, zumal beide Rollen eher wenig Screentime bekamen und vergleichsweise eindimensional ausfielen.
Ein besonderes Lob geht insgesamt an die Crew der Maskenbildner.
Ob es nun die aufwändigen Masken der Leute an Bord der „Flying Dutchman“ sind oder insbesondere die des Davy Jones, der mit sich stetig bewegenden Tentakeln im Gesicht herumläuft. Als wenn ein Jim Henson in Gruselstimmung gewesen wäre.
Auch die übrigen Piraten können durch ihr dreckig geschminktes Erscheinungsbild Authentizität ausstrahlen.
Zusätzlich haben die Computerfachleute großartige Arbeit geleistet, der Kraken wurde sehr sauber gestaltet und flüssig ins Meer gesetzt und das Ein und Auftauchen der „Flying Dutchman“ ist absolut imposant in Bild und Ton.
Was beim Ton in dieser Hinsicht ein wenig enttäuscht, ist der austauschbare und von sich selbst kopierte Score von Hans Zimmer, der sein Handwerk eigentlich besser versteht, hier aber nur brauchbares Material von der Stange abliefert.
Verstecken muss sich Gore Verbisnski mit seiner Fortsetzung nicht, was er wohl auch nie vorhatte, denn das Einspielergebnis gibt ihm Recht und lässt auf einen abgerundeten Abschluss der Trilogie im nächsten Jahr hoffen.
Bei dem Ausklang dieser Episode bin ich aber nicht so sicher, ob Johnny Depp genauso stark im Mittelpunkt stehen wird, wie bisher, denn das würde dem Ganzen das Genick brechen.
So jedoch bin ich erstmal zufrieden. Erwartungsgemäß kann diese Fortsetzung zwar nicht mit dem spielfreudigen und charmanten ersten Teil mithalten, aber trotz einiger Längen innerhalb der zu heftigen Laufzeit ganz ordentlich unterhalten.
7 von 10 Punkten
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