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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)
Eine Kritik von Cameron Poe (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 04.08.2006, seitdem 310 Mal gelesen
Da war es endlich soweit: die heiß erwartete Fortsetzung des Films, der ein ganzes totgeglaubtes Genre zu neuem Leben erweckt hatte, lief in den deutschen Kinos an und damit für mich gleichzeitig einer der schwächeren und eher enttäuschenden Filmen des Kinojahres 2006!
Doch erst einmal zu den (wenigen) positiven Seiten des neuen "Blockbusters" von Produzent Jerry Bruckheimer (Bad Boys, The Rock):
Johnny Depp spielt den Piraten Jack Sparrow mit genau der gleichen Inbrunst wie schon in Teil eins, obwohl einem diesmal das tuntige Getue stellenweise auf die Nerven gehen kann, da es keine Weiterentwicklung des Charakers gibt und Überraschungen gänzlich ausblieben, auch die Synchronstimme ist - wenn ich mich nicht irre- nicht die Originalstimme von Johnny Depp.Das trübt den Funfaktor, trotzdem hebt er sich aus der Masse allein durch sein Charisma hervor.Diesmal muss Jack Sparrow seine Schuld beim Kapitän des fliegenden Holländers begleichen, denn dieser machte es ihm damals möglich, 13 Jahre lang Kapitän der Black Pearl zu werden.Helfen sollen diesmal seine Freunde aus Teil eins, Will Turner und Elisabeth Swann, verkörpert von einem eher blassen Orlando Bloom und einer besser aufgelegten Keira Knightley.Soweit die Rahmenhandlung, die eh nur Vorwand ist für ein jugendfreies Actionfeuerwerk, das locker für drei Filme gereicht hätte und vor allem im letzten Drittel nur noch nervt, da man 150 min. dasselbe vorgesetzt bekommt: Slapstick, seltsame Kreaturen/Bösewichte, die nicht leicht gruselig wie in Teil 1 rüberkommen sondern einfach nur noch lächerlich wirken.Dazwischen wird natürlich die obligatorische Lovestory zwischen Bloom und Knightley vorangetrieben die nun heiraten wollen.Dazu CGI Effekte die zum Teil nicht besser sind als bei einem guten B-Movie (man achte auf die Krake am Ende) und natürlich im Übermaß vorhanden sind.
Was den Film ebenfalls runterzieht, ist das dämliche "Cliffhanger"-Ende, man wollte wohl sichergehen, dass auch diejenigen, die den 2. Teil nur mäßig fanden, trotzdem den dritten Teil anschauen werden.Wofür hätte man sonst Teil 2 gesehen...Ja, Bruckheimer weiß, womit man den Kinogängern das Geld aus der Tasche zieht: mit denselben, damals innovativen Zutaten des Vorgängerfilms, Schauspielern, die bei der jugendlichen, pubetierenden Zielgruppe beliebt sind und viel Werbung und Tamtam.
Selbst für den etwas anspruchsvolleren Mainstream-Gucker eine Enttäuschung.Wäre der Film auch handwerklich daneben gegangen, wären wohl nur noch 3/10 drin.Aber wegen guter Regie, guter Kamera, solider Musik, hervorragendem Schnitt und charismatischem Johnny Depp noch 5/10.Ansonsten der wohl am meisten überschätzte Film dieses schon fortgeschrittenen Kinojahres 2006.
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