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Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 (2006)

Eine Kritik von Mayalee (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 23.08.2006, seitdem 287 Mal gelesen


>>Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann
(Keira Knightley) werden aufgrund ihrer Vergangenheit mit dem Piratenkapitän
Jack Sparrow (Johnny Depp) von Cutler Beckett festgenommen. Doch Will bekommt
von Beckett das Angebot, dass Elizabeth freigelassen wird, wenn dieser ihm den
kaputten Kompass von Sparrow bringt. Doch dieser steckt schon in anderen
Schwierigkeiten…<<



Film



„Fluch der Karibik“ war seinerzeit (gar nicht so lange her)
2003 die geniale Wiedererweckung des tot geglaubten Genres der Piratenfilme.
Und mit dieser Fortsetzung bleibt Regisseur Gore Verbinski seiner Linie treu
und lässt das Genre buchstäblich am Leben.



Story



Die Story von „Fluch der Karibik 2“ setzt genau nach dem
Ende seines Vorgängers an. Dadurch werden große, unnötige Vorgeschichten, was
denn nun in der Zwischenzeit passiert ist, vermieden, was dem Zuschauer und vor
allem mir nur gut tut, da man sich gleich auf die Gegenwart konzentrieren kann.
Gedanken verschwenden darf man hier sowieso nicht, denn es geht gleich zur
Sache. Sofort ist der Einstieg geschafft, das Szenario offen gelegt und der
Zuschauer wird super unterhalten. Über die Story braucht sich hier keiner
Sorgen zu machen. Dafür ist sie sehr vielschichtig und gespickt mit den nötigen
Finessen (mehr Piraten, geheime Orte, exotische Plätze, fiese Monster), und
kommt somit super rüber. Mir hat der Umstand sehr gefallen, dass die Story
nicht dazu kreiert wurde, um die Spezialeffekte in den Film einzubringen,
sondern im Gegenteil die Effekte nämlich den Sinn hatten, die Handlung
stilgerecht rüberzubringen. Nichts geschieht im Film um der Effekte Willen,
sondern stets wegen der Geschichte. Die Story wird gekonnt um alle Figuren,
Actionszenen und Piratenelemente gewoben.

Ganze 140 Minuten wird erzählt was das Zeug hält, bis dann
am Ende der Zuschauer sozusagen im Stich gelassen wird. Aber mehr wird hier
nicht verraten.





Action





Boah. Klasse! Was hier neben einer so tollen Story noch an
klasse Action geboten wird… Und dabei nimmt sich der Film in seinen
Actionszenen fast nie ernst. Das gefällt mir sehr gut.



Zum Beispiel werden harte Schwertkämpfe kurzerhand
unterbrochen, um ein Mühlenrad durchzulassen, in dem gerade zwei unserer Helden
kräftig durchgeschüttelt werden. Es gibt mehrere solcher Szenen, die in
Actioneinlagen eingebaut worden sind. Das war schon im ersten „Fluch der
Karibik“ so, was auch große Sympathien bei den Zuschauern gewann.

Brutal oder hart werden die Szenen fast nie. Und große
Explosionen und Schlachten sind natürlich inklusive.





Spannung





Natürlich gibt es bei einer unterhaltsamen Story und vielen
Actionszenarien auch massig Spannung aufzubauen. Bei den langsameren
Abschnitten, wo die Handlung vorangetrieben wird und die Betrachter vieles über
die Welt von Jack Sparrow und Co. erfahren, wird ungemein viel Spannung
hervorgebracht. Das macht die ganze Sache noch um Kanten besser. Auch in dieser
Kategorie braucht sich meiner Ansicht nach der Nachfolger nicht hinter dem
Primus zu verstecken.





Tiefgang/Anspruch





Wenn man bei diesem Blockbuster aller erster Güte Abstriche
machen sollte, dann größtenteils hier. Aber mal im Ernst, wer erwartet in einem
Disney-Film über Piraten einen wahrhaft wichtigen Sinn oder gar Tiefgang?
Sicherlich gibt es hier keine Ansätze auch nur zu einem Ansatz von Anspruch,
aber das will in diesem Fall sowieso keiner haben.





Darsteller





Johnny Depp – Brillant und mal wieder kultig, unschlagbar.
Wie im ersten Teil.



Keira Knightley – Viel stärker und überzeugender als 2003,
die gesammelte Erfahrung macht es.

Orlando Bloom – Spielt hier eine größere Rolle, aber bleibt
wieder blass und unüberzeugend.



Bill Nighy aka Davey Jones – Toller Bösewicht, der seine
eigene, leicht schrullige Art entwickelt.

Stellan Skarsgard aka Stiefelriemen Bill – Leider kein
Ausdruck und ohne rechte Überzeugung.





Allen voran ist und bleibt Johnny Depp schlichtweg genial.
Er verkörpert in seiner Rolle mind. fünf verschiedene Charaktere – von tuntig
über tollpatschig bis feige. Auch ansonsten ist er genauso durchgedreht und
lustig wie der Film selber. Den perfekten Schliff bekommt jener durch diese
Figur. Johnny Depp ist einfach ein vielseitiger, sehr guter Schauspieler.





Effekte/Humor





Die Effekte in Teil 1 waren nicht atemberaubend – haben aber
in das Gesamtbild perfekt gepasst. Es war schon viel am Computer entstanden, rüttelte
aber nicht an der Stärke des Films. Und auch in „Fluch der Karibik 2“ fügen
sich die Spezialeffekte wie anfangs schon erläutert ins Gesamtbild ein und
verstärken sogar noch die Geschichte. Um Einzelheiten zu nennen: Die Krake
sieht schon toll animiert aus, die Kämpfe (Schiffe, Personen, Monster) sind gut
geschnitten und mit passender Musik untermalt und die Monster auf der „Flying
Dutchman“ wirken echt und abwechslungsreich. Einen Overkill an Effekten gibt es
nicht. Dafür spielen die Aspekte Effekte <-> Story zu gut miteinander.





Den besonderen Witz im Film bringt selbstverständlich in
erster Linie Jack Sparrow – oh, tut mir Leid- natürlich Cäpt’n Jack Sparrow
hervor. Aber auch zwischen den anderen Schauspielern entstehen viele humorvolle
Szenen. Was mir besonders gefallen hat, ist das konstante Einbauen der
Selbstironie in die vielen Actionsequenzen. Dadurch bin ich im Kino sehr gut
unterhalten worden. Bei manchen Szenen kann man nicht anders, als sich fast zu
Tode zu lachen. Hier wird einem sehr viel umgesetztes Potential geboten. Es
scheint fast so, als ob man alle humorvollen Stellen, die im ersten Teil
fehlten, hier souverän nachholen wollte.





Fazit





Gore Verbinski („Mexican“, „Ring“) bietet einen tollen,
bombastischen Cocktail aus Humor, Action und einer wirklich tollen Geschichte. Das
Flair des ersten Teils wurde glücklicherweise erhalten. Sicherlich, zumal ja
auch Johnny Depp wieder als Jack Sparrow vollends überzeugt. Nur einige seiner
Darstellerkollegen schwächeln leicht. Wer sich in allen Belangen richtig gut
unterhalten will, und dieses Jahr bekommt man als Kinogänger nicht oft eine
Gelegenheit dazu, sollte unbedingt diesen Film anschauen.





8/10 Punkten


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