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Donnie Darko (2001)
Eine Kritik von 3hundert (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 24.08.2005, seitdem 1639 Mal gelesen
Donnie Darko scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler 15 Jähriger Junge der 80er Jahre zu sein. Würde er nicht Schlafwandeln und sich mit einem Hasen in Lebensgröße unterhalten, der ihm das Ende der Welt prophezeit. Das es sich bei "Donnie Darko" um ein Regiedebüt handelt merkt man in keiner Sekunde. Richard Kellys (Regie + Drehbuch) Gefühl für Timing, Musik und Bild ist schlichtweg makellos. Der Film nimmt zwar seine Aussagen über das Zeitreisen und der Kritik an dem Bildungssystem der 80er ernst, kommt aber immer wieder mit einem angenehm trockenen Humor daher den man einfach lieben muss.
Die Charaktere scheinen alle samt so echt und durchdacht, so tiefgründig und ehrlich, man könnte fast glauben, dass einer das ganze sich nicht einfach nur ausgedacht sondern wirklich erlebt haben muss. Richard Kellys Jugend passt zumindest Zeitlich in das Geschehen und ich glaube, dass er Donnie Darkos Probleme und dessen Umfeld und Familie nicht dermaßen dicht und glaubhaft schildern konnte, wenn er es nicht selbst erlebt hätte.
Der ganze Film wirkt wie ein großes Tribut an die 80er Jahre. Die eingesetzte Musik stammt meistens auch aus dieser Zeit und wird meist deutlich in den Vordergrund gestellt. Ein Stilmittel das vielleicht an Tarantino erinnert. Kelly schafft es mit seiner Musik jeden Gefühlsausdruck zu verstärken. Sei es Spannung, Trauer oder Humor. Vor allem die Rundführung durch Donnies Schule die mit einer starken Musik der 80er unterlegt, dass sich hier wirklich keiner ein Lachen verkneifen kann. Die Schultanzgruppe führt spontan ein Tanz auf, die Lehrer schütteln sich alle untereinander die Hand und setzten dabei ein übertriebenes lächeln auf und ein Schüler zieht sich mitten auf dem Schulgang Koks durch die Nase, als währe es das normalste auf der Welt. Neben der Musik gibt es unter anderem auch eine Hommage zur Kult-Serie der 80er Jahre: Eine schreckliche Nette Familie. Als Donnie bei seiner Psychiaterin das erste Mal hypnotisiert wird, erzählt er von den eindeutigen Reizen Christina Applegates. Die Situation gerät außer Kontrolle und die Psychiaterin wird gezwungen die Sitzung abzubrechen. Als Donnie sein Bewusstsein erlangt, hat er seine Hand in seiner Hose stecken – eine typische Geste von Al Bundy.
Hin und wieder kommt es einem so vor, dass bei den Spezial Effekts mit nicht ganz so viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Man sollte allerdings bedenken, dass man für unter 5 Millionen USD nicht mehr rausholen kann. Wenn man diesen Betrag dann mit den Effekten relativiert muss man sogar sagen, dass diese mehr als nur gelungen sind.
Stellt sich die Frage ob man dieses dichte Geflecht aus Andeutungen, Querverweisen und einer Wissenschaftlichen Grundlage wirklich komplett auseinander nehmen und Analysieren kann? Möglich, aber wer will das schon. "Donnie Darko" soll die Menschen zum Nachdenken und selbst Interpretieren bringen. Eine Richtung die viel zu selten im Filmbuisness eingegangen wird und seit David Lynchs „Mulholland Drive“ nicht mehr so genial umgesetzt wurden ist. Wer mehr vom Wissenschaftlichen Hintergrund begreifen will, sollte sich das Buch „Philosophy Of Time Travel“ durchlesen, das auch im Film mehrfach auftaucht.
Donnie Darko macht einfach Spaß und sollte für jeden Pflichtprogramm sein. Ob nun die geniale Schauspielerischen Leistungen, vor allem von Jake Gyllenhaal, den Humor der einfach jeder Lieben muss, eine Ernsthafte Kritik an den Problemen des Schulsystems und eine Wissenschaftliche Arbeit über Zeitreisen. Donnie hat einfach alles, erzählt eine einzigartig tolle Geschichte, die einen zum Nachdenken anregt und einen für 100 Minuten mit allen Sinnen in die Welt von Donnie entführt. In diesem Sinne: "Cellar Door".
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