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Donnie Darko (2001)
Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 21.01.2004, seitdem 405 Mal gelesen
Es scheint alles normal. Eine typische amerikanische Stadt in den 80ern. Und doch täuscht das Bild. Denn etwas, besser: jemand, stimmt überhaupt nicht...
Donnie Darko schlafwandelt. Und das rettet ihm das Leben, denn eine Flugzeugturbine unbekannter Herkunft hätte ihn in sekundenschnelle getötet, wäre er in seinem Bett gelegen. Auch sonst steht es um den Teenager nicht zum Besten. Er ist in psychischer Behandlung, nimmt Medikamente. Auch einen neuen Freund hat er: Frank. Frank ist eine Figur in einem Hasenkostüm (keiner von der kuscheligen Sorte), die Donnie des Nachts sagt, was er zu tun hat. Weiterhin eröffnet Frank Donnie, dass die Welt in 28 Tagen untergehen wird. Alles Einbildung! Oder nicht? Und da ist auch noch dieses Buch über Zeitreisen...
Die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen zu einem Gesichtsausdruck der Verwirrung, der sich dem Zuschauer aufdrängt. Als ich den Trailer das erste Mal sah, musste ich an "Mein Freund Harvey? denken. Doch damit hat das hier nun wirklich nichts zu tun...
Interpretationsmöglichkeiten en masse liefert uns hier der Regisseur und Autor des Werkes, Richard Kelly. Die Geschichte bleibt bis zum Schluss spannend und mitreissend, unvorhersehbar und gelegentlich nicht nachvollziehbar. Denn mit Lynch'scher vorgehensweise präsentiert uns Kelly einen Genremix zwischen Drama, Science-Fiction, Grusel und einem Schuss Komödie. Man mag es kaum glauben, aber es funktioniert.
Zu Beginn wirkt alles wie ein Jugenddrama. In der Schule kein Held; selbiges gilt auch im Bezug auf Mädchen. Doch schon bald betritt Frank die Bühne. Seine Präsenz verleiht dem Film eine wirklich düstere Note. Allgemein ist die Atmosphäre dunkel und mysteriös. Trotzdem gibt es auch mal witzige Szenen und Dialoge, genau so auch gruselige und dramatische.
Die Musik schlägt in die gleiche Kerbe. Kein Bombast; stimmungsvolle Töne und Klangteppiche bekommen wir zu hören. Grossartig!
Dabei sieht man dem Film sein vergleichsweise mickriges Budget von 5 Mio. $ gar nicht an. Die SFX sind zwar nicht Oscarreif, erfüllen aber ihren Zweck und wirken nicht lächerlich. Die Inszenierung, das Zusammenspiel von Kamera, Ton und den Schauspielern, ist auf hohem Niveau. Ich hoffe jedenfalls, dass man vom noch weitesgehend unbekannten Jake Gyllenhaal bald mehr zu sehen bekommt.
Was macht den Film nun so genial? Schwer. Die Atmosphäre, die gelunge Mischung unterschiedlicher Genres, die Musik. Es passt.
Auch ein Film, der wohl für Diskussionen sorgen dürfte. Denn was es nun ist, was man da sieht, ist auch am Ende nicht wirklich klar und lässt viel Platz für eigene Ideen. Denkanstösse werden einige geliefert.
Über das Machwerk zu viele Worte zu verlieren, wäre nicht angebracht. Man sollte ihn sich ansehen, am besten mehrmals.
Fazit:
Auch wenn die Geschichte lächerlich klingen mag: Lässt man sich auf Donnie ein, bekomt man einen surrealen Trip in die Seele. Die Geschichte ist überraschend, innovativ und hat mich wirklich begeistert. Hohes Kultpotential; auf jeden Fall ein Film, den man nicht so schnell vergisst und der zum wieder-sehen einlädt. 9,5/10
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