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Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen (2006)

Eine Kritik von movieguide (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 11.11.2006, seitdem 358 Mal gelesen


Den Titel kontroversester Film dürfte 2006 ohne Zweifel an Borat gehen. Der Film sorgte selbst in hohen politischen Kreisen für Diskussionsstoff, in Russland und Kasachstan kam es gar nicht erst zur Aufführung. Gute Publicity die Sascha Baron Cohen, besser bekannt als Ali G, da für sein neustes Werk erhielt, ja selbst die Kritiker lobten Borat in den Himmel.

Eines vorweg, bei Borat gehen die Meinungen weit auseinander. Für die einen ist dieser Film eine bitterböse Satire, für die anderen geschmackloser Unsinn. Am wenigsten zu lachen haben wohl die Kasachen, denn die werden als inzuchtreibende, zurückgebliebene Hinterwäldler dargestellt. Auch die Juden bekommen mächtig ihr fett weg, was besonders für uns Deutsche aus der Geschichte heraus schwer zu konsumieren ist. Frauen gegenüber nimmt Borat ebenfalls kein Blatt vor dem Mund. wie der Besuch bei einer Feministengruppe veranschaulicht.

Borat ist ein Film der provozieren will, dabei aber ziemlich oft die Grenze des guten Geschmacks überschreitet. Witze über Fäkalien, Geschlechtsteile und Frauen gehören da natürlich mit dazu. Oft ist der geistige Anspruch nicht höher als bei Jackass, was nach den großartigen Kritiken sicher so keiner erwartet hätte. Ich möchte nur mal die Catcheinlage zweier nackter Männer hervorheben, die sich gegenseitig ihre Geschlechtsteile in den Rachen schieben - mit Abstand die widerlichste Szene ist die ich seit langem sehen musste.

Dann gibt es aber auch wieder Momente die Amerikas politische Scheinheiligkeit zynisch entlarven. Bestes Beispiel ist der Besuch bei einer texanischen Rodeoveranstaltung, bei der Borat seine Version der amerikanischen Nationalhymne zum Besten gibt. Wenn Borat den Krieg gegen den Islam und die Ausrottung des Iraks anpreist, erntet er vom Publikum tosenden Applaus. Im Interview mit einem der Veranstalter wird der Rassismus in Amerika gegenüber Juden, Schwulen und Moslems besonders deutlich, denn die würde er am liebsten tot am Galgen baumeln sehen. In solchen Momenten ist der Film besonders sarkastisch und zeigt wie die amerikanische Bevölkerung in weiten Teilen des Landes wirklich denkt, hier werden Erinnerungen wach an Michael Moores genialen Fahrenheit 9/11. Dessen Qualitäten erreicht Borat aber nur selten, dafür ist er über weite Strecken zu flach, primitiv und bedient sich zu oft billiger Effekthascherei.

Sascha Baron Cohen feindet sich auf seinen Trip quer durch Amerika, oder wie er es nennt US und A, mit so ziemlich jeder Person an die ihm über dem Weg läuft. Was von den Aufnahmen gefaked oder so tatsächlich passiert ist werden wir vielleicht nicht erfahren, mich wundert nur das er bei so vielen Konfrontationen im militanten Amerika nie eins vor die Mappe bekommen hat - verdient hätte er es vielleicht.

Fazit:
Auch hierzulande wird Borat polarisieren, treu nach der Devise: Hate it, or love it. Dazwischen gibt es nicht allzu viel. Als bitterböse Satire, so wie es mir vorgestellt hatte, funktioniert das filmische Experimentalwerk leider nicht. Wer diskriminierenden Humor ohne jeglichen Anspruch mag, dem kann man Borat schon eher ans Herz legen.


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