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Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen (2006)

Eine Kritik von HappyHarry mit dem Harten (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.11.2006, seitdem 534 Mal gelesen


Als Ali G. hat mir Sascha Baron Cohen nur bedingt gefallen und seinen Kino-Ausflug „In da House“ fand ich persönlich sehr misslungen. Nun schlüpft der Komiker aber in seine Paraderolle und überzeugt in der Komödie „Borat“ als gleichnamiger Hauptcharakter. Über die Story wurde schon genug geschrieben, da diese aber ohnehin nur ein Vehikel darstellt für unzählige Gags, ist der Aspekt auch gar nicht so wichtig.

Selbstverständlich bleibt es Geschmackssache ob man über die unzähligen Tabubrüche lachen kann oder eben nicht, zweifelsohne bleibt aber die Dichte der gelungenen Witze sehr hoch und nur selten sieht man derart krassen Humor. In „Borat“ ist wirklich nichts heilig, hier gibt es derbe Witze über Juden, Moslems, Christen, Frauen, Schwule, Tierrechtler und andere Randgruppen. Die oftmals rassistische Ausdrucksweise wirkt sehr heftig und überhaupt holt Cohen zum Rundumschlag aus, wie man ihn nur aus Serien wie „South Park“ gewohnt ist.

Filmisch lässt sich nicht viel sagen, da man den ganzen Film über bei einem semi-dokumentarischem Stil bleibt, der dem Gesamtbild aber gut steht und einfach zum Dargebotenen passt. Die oftmals benutzte Handkamera ist immer nah am Geschehen und vermittelt eine sehr authentische Atmosphäre, die einem extrem überzogenem Inhalt gegenüber steht. Die Storyline um Pamela Anderson (die sich am Ende in einem netten Gastauftritt selbst spielt) wirkt zwar aufgesetzt und etwas konfus, sorgt aber für etliche kuriose Situationen und wirkt sich daher nicht negativ aus.

Richtig gut wird der Film aber erst durch die hervorragende Darstellung Cohens der in seiner Rolle als kasachischer Journalist voll aufgeht und mal so richtig vom Leder ziehen darf. Seine perfekte Verkörperung des Hauptcharakters und sein stimmiges humoristisches Timing kann vollauf überzeugen und nur in den letzten zehn bis zwanzig Minuten stellt sich so etwas wie eine Übersättigung beim Zuschauer ein und man ist schon froh das der Film nur 79 Minuten dauert. Über diesen Zeitraum wurde ich aber überdurchschnittlich gut unterhalten und ich denke wenn man nicht mit zu hoher oder falscher Erwartungshaltung ins Kino geht, wird einem Cohens Film sehr gut gefallen.

Fazit: Kontrovers, was Cohen hier auf die Zuschauer loslässt, soviel Respektlosigkeit und hämische Witze gab es lange nicht mehr zu sehen. Die Grenze des guten Geschmacks wird hier nicht nur überschritten, sondern regelrecht überrannt. Wer damit klar kommt und auch über politisch völlig unkorrekte Zoten lachen kann, der wird mit „Borat“ nicht enttäuscht werden.

7,5 / 10


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