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Thursday - Ein mörderischer Tag (1998)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 18.01.2007, seitdem 311 Mal gelesen


An nur einem Tag kann sich so vieles verändern

Manche Filme würde man nicht kennen, wäre man nicht dem Informationsfluß stetig, nun, beinahe schon ausgeliefert. Sicher wäre es auch gut, wenn man den einen oder anderen Film besser nicht gesehen hätte; wieviel Geld hat man schon investiert, um sich dann kostbare Lebenszeit stehlen zu lassen…Auf der anderen Seite aber gibt es eine beträchtliche Zahl weithin unbekannter Produktionen, die zumeist von unabhängigeren Regisseuren gedreht wurden; Filme, die sicher nicht für den Geschmack der Allgemeinheit geeignet sind. Der konventionelle Zuschauer wird den mahnenden Zeigefinger heben und angesichts der immer wiederkehrenden Debatte um mediale Brutalität entrüstet „Gewaltvideo!“ schreien, doch dem Connaisseur ist dies reichlich egal…Leider muß man durch viel Spreu, um den Weizen zu finden, doch „Thursday“ ist reichlich Lohn für bisherige Sichtungsmühen.

Ein Tag im Leben des Architekten Casey. Der Mann ist erfolgreich, hat ein schönes Heim, eine anziehende und beruflich ebenfalls erfolgreiche Frau, sein Leben verläuft in geordneten Bahnen…und niemand weiß, daß Casey noch vor Jahren Drogenhändler und dabei auch noch reichlich skrupellos gewesen ist. Zwar ist seine Existenz nun eher fad, aber der Mann ist zufrieden. All das ändert sich, als sein alter Kumpel Nick des Weges kommt und einen Koffer bei Casey deponiert, der unglücklicherweise reichlich Heroin enthält. Von nun an geben sich viele Leute bei Casey die Klinke in die Hand, ein Killer, noch einer, eine fiese Mieze, ein korrupter Polizist, der Adoptionsberater…und irgendwie muß Casey aus dem Schlamassel raus, in den er völlig arglos geraten ist. Am Ende sind viele Leute tot, das Leben des Architekten muß neu geordnet werden, doch die Tage als Softie sind glücklicherweise auch vorbei.

Was mich an diesem Film als wirklich einziges gestört hat, war das abrupte Ende. Es ist nicht schön, wenn nach reichlich Laufzeit das Geschehen mehr oder weniger im Off seine Beendigung findet, schon allein, weil Mickey Rourke als schmieriger Bulle wirklich zu wenig Leinwandzeit bekommen hat. Doch der Rest des Films überzeugt gänzlich; schon allein der Handlungszeitraum ist fein in Szene gesetzt, man freut sich stets, wenn es an der Tür des arglosen Mannes klingelt. Thomas Jane mit fieser Fönfrisur gibt den unbedarften, aber dennoch mit reichlich Erfahrung gesegneten Ex-Verbrecher überzeugend, und auch die Nebenrollen sind mit Fingerfertigkeit besetzt worden, da haben die Schauspieler mal wirklich Spaß an ihren Rollen. Der Film ist reichlich dreist, es werden Drogen konsumiert, Blut fließt ordentlich, die Dialoge sind pointiert…ganz persönlich hätte ich die Dame in Rot aber dem biederen Karrierefrauchen vorgezogen. Ein guter Gangsterfilm mit einigen blutigen Szenen, gerade in den Rückblicken…wer hat nicht schon mal auf die sinnlosen Regeln bei Sonderangeboten und Rabatten geflucht? Hier ist die Lösung drastisch, man darf „Gewaltvideo!“ rufen…8/10.


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