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Score, The (2001)

Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 26.05.2002, seitdem 832 Mal gelesen


"The Score" will mit tollen, hochkarätigen Darstellern protzen, scheitert aber an seinem hanebüchenen Drehbuch. Komödien-Spezi und langjähriger "Handlanger" von Jim Henson, Frank Oz, wollte mit diesem Gaunerkrimi seinen ersten ernsthaften Thriller drehen. Er gewann mit Robert DeNiro, Edward Norton und Marlon Brando auch eine 1a-Schauspielerriege, die es so nicht vorher gab.

Doch dann ignoriert das Drehbuch so ziemlich alle Regeln der Thrillerkunst. Das größte Problem: Es gibt keinen sympathischen Protagonisten. DeNiro ist zu mürrig, zu knatschig, wirkt unmotiviert und müde. Seine Darstellung des Gangsters, der einen opulenten Jazzklub besitzt, aber trotzdem noch nicht ausgesorgt hat, wirkt deplaziert und lustlos. Norton hingegen wirkt gut aufgelegt und frisch. Allerdings ist sein Charakter eher schlecht gezeichnet, er ist es, der sich in der letzten Viertelstunde plötzlich als Gegenspieler herausstellt. Und Marlon Brando ist so fett und so alt geworden, dass man als Filmfan nur Angst um den einst so attraktiven und talentierten Schauspieler haben kann. Und was Angela Bassett mit ihrem 1D-an-der-Oberfläche-kratzen-Charakter hier verloren hat, weiss wohl nur Frank Oz. Zumal Frau Bassett in der zweiten Filmhälfte eigentlich keinen Auftritt mehr hat.

Ein weiterer Minuspunkt ist das Fehlen eines Spannungsbogens. Wo sind die Gegner? Wo ist die Gefahr. Nur der Coup steht im Vordergrund. Die Drei wollen ein antikes Zepter aus einer wie Fort Knox ausgestatetten Zollbehörde stehlen. Mehr nicht. Kaum Spannung herrscht zwischen den Protagonisten. Gut, zu Anfang kracht's mal zwischen DeNiro und Norton, danach geht man dann fröhlich an die Arbeit. Und dass der Coup gelingt, ist wohl keine Frage. Erst nach 105 Minuten klären sich endlich die Fronten, und aus dem Duo werden zwei Gegenspieler. Doch anstatt sich ein nervenzerrendes Duell zu liefern, gehen sie auseinander, und sehen sich nie wieder.

Und dann überzeugen nicht einmal die Tricks und Kniffe, mit denen die Gauner arbeiten. Dass ist alles zu einfach, alles zu High-Tech. Aha-Effekte á la "Der Clou" oder "Sneakers" gibt es hier nicht. Wenn es ein Problem gibt, können die Diebe ganz einfach auf die neuesten Computertricks zurückgreifen, und schon ist das Problem geregelt. Nichts was für den Zuschauer nachzuvollziehen wäre, nichts was den Zuschauer überraschen würde.

"The Score" hätte mit einem solchen Lineup von Schauspielern und Crewmitgliedern ein Klassiker werden können - hätte man bloss ein besseres Drehbuch gehabt! So bleibt es ein überraschend schlechter, unterdurchschnittlicher Krimi ohne Spannung oder Charme.


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