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Straßen der Gewalt (2006)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 09.07.2007, seitdem 543 Mal gelesen


Eins mal vorneweg: Gibt es in Südkorea etwa keine Schußwaffen? In kaum einem Film wird zur Schußwaffe gegriffen und wenn dann mal doch, dann sehr spärlich.
Immer wieder wird mit Messern und Baseballschlägern um sich geprügelt. Nachdem das vom Tisch ist, zum eigentlichen Film.

Ganz offensichtlich ist Straßen der Gewalt vom uramerikanischen Gangsterfilm inspiriert: Er handelt vom Aufstieg und Fall eines jungen aufstrebenden Gangsters.
Nebenbei ist er auch als kleiner Seitenhieb auf einen kleinen Klassiker des südkoreanischen Films zu verstehen, denn der Grund des Nidergangs des Gangsters ist seine Freundschaft zu einem untalentierten schmierigen Regisseur, (SPOILER) der sich am Gangster bereichert und diesen schließlich mehr als nur einma verrät (SPOILER ENDE).

Und obwohl der Film vieles richtig macht - er besetzt viele Figuren gegen ihr Image oder Äußeres, obwohl er eigentlich vorhersehbar ist, bleibt er sehr spannend und dennoch irgendwie unvorhersehbar, obwohl die Geschichte eigentlich rabenschwarz erzählt wird, ist sie absolut massentauglich - so kann er sich nicht vor dem Vorwurf retten, dass er eigentlich nur eine Ansammlung eines Best-of mehrerer sehr guter Gangsterfilme ist, wenn auch mit erheblichem Eigenleben und Drive.

Man muß aber auch ganz klar sagen, dass er damit immer noch weit über der Norm liegt. So ist er beispielsweise, und sei es auch nur wegen seiner Geradlinigkeit und Nachvollziehbarkeit, Friend meilenweit überlegen. Sicher stlistisch und visuell ist er Friend in keinster Weise gewachsen, aber vom Erzähltempo, von seiner Herangehensweise und von seiner Geschichte her ist er absolut nachvollziehbar und sehr gut gemacht.

Ihn aber wie der deutsche Verleih das tat jetzt mit Scorseses großen Werken zu vergleichen ist zu keinem Zeitpunkt gewährleistet, denn wo Scorsese innovativ und groß auftrumpft, da bleibt Straßen der Gewalt bestenfalls solide.
Straßen der Gewalt ist eher irgendwo im Niemandsland zwischen solchen Meisterwerken wie Scarface, Good Fellas und dergleichen und solchen Gurken wie El Padrino und leider auch Friend angesiedelt.
Wobei jetzt Niemandsland dem Film wirklich unrecht tut, denn gut ist er allemal. Fast sogar mehr als das.


7 Punkte.


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