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Straßen der Gewalt (2006)

Eine Kritik von c.funke (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.08.2007, seitdem 469 Mal gelesen


Strassen der Gewalt

(Splendid film) 

Der Kleinkriminelle Byung-doo Kim (dargestellt von dem auf den ersten Blick zu weichen, aber in den entsprechenden Szenen sehr charismatischen Jo In Seong) möchte seine Kariere als Krimineller vorantreiben. Durch privaten Stress abgelenkt, finanziell minderbemittelt, ändert sich seine Situation, als er sich die Gunst des Organisationschefs Hwang erkämpft. In dessen Auftrag führt er einige schmutzige Aufträge aus, was seiner Kariere förderlich ist.
Als er sich traut, seine Schulfreundin anzusprechen, zeigt diese ihm ein ablehnendes Verhalten. Vielmehr scheint sie von seinem alten Bekannten beeindruckt, welcher als Regisseur einen realistischen Film über die heimische Gangsterszene drehen möchte, und auf Informationen aus erster Hand hofft. Missgunst, Verrat und Machtgier treibt die Protagonisten dabei in eine abwärtsführende Spirale der Gewalt.
Regisseur Ha Yu zeigt mit seinem vierten Film Strassen der Gewalt einen beeindruckenden Film über die Machenschaften im Syndikat, und braucht dabei Vergleiche zu solchen Regiegrößen wie Martin Scorsese oder Abel Ferarra nicht zu scheuen. Solide, mit fast epischen Ausmaß inszeniert er einen intensiven und tiefgehenden Blick auf mangelnde Loyalität, Machthunger und extreme Skrupellosigkeit. Auch wenn diese Thematik mittlerweile zu den Standardgeschichten im aktuellen Kino zählt, merkt man der Inszenierung des ehemaligen Dichters und heutigen Regisseurs Ha Yu die neue und innovative Herangehensweise deutlich an. Der Blick auf kleinste Details, aber auch die Kritik am bestehenden System geben dem Film eine beeindruckende intellektuelle Dichte. Der Regisseur schafft es, genau das richtige Maß an Brutalität, großen Emotionen und kleinen Gesten zu halten. Strassen der Gewalt ist intelligentes, gewaltiges Kino, und untermauert erneut den beeindruckenden Ruf Koreas als das aktuell innovativste Filmland.
Die hier besprochene Version ist die Single- Disc, welche für den Verleih erstellt wurde, die Kaufversion wird als Doppel – DVD im für die fantastische Amasia – Reihe typischen limitierten goldfarbenen Metallschuber ausgeliefert. Hier finden sich dann im Bonusmaterial neben einem Audiokommentar noch die üblichen entfallenen Szenen, ein umfangreiches Making of, Premieren – Aufnahmen und ein Feature über ein Fotoshooting. Bild und Ton sind in der gewohnt hervorragenden technischen Qualität. Da der Film stark Dialoglastig ist, stellt sich eine Frontlastigkeit ein, das Bild liefert gute Kontraste und eine sehr gute Schärfe.
Strassen der Gewalt liefert einen rohen, eindringlichen und realistischen Blick auf das Gangstermilieu Koreas, und zeigt gelungene Studien über die dortigen Strukturen. Fans anspruchsvoller Gangsterthriller kommen hier absolut auf ihre Kosten, und sollten sich dieses Highlight auf keinen Fall entgehen lassen.  

CFS


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