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Severance - Ein blutiger Betriebsausflug (2006)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 22.01.2008, seitdem 322 Mal gelesen


Schon sein Regiedebut "Creep" stellte für mich einen schnörkellosen Horrorschocker, zwei Jahre später folgt nun mit "Severance" die zweite Regiearbeit des Briten Christopher Smith. Smith schrieb auch das Drehbuch und das Grundgerüst der Story ist ein wenig von "In feindlicher Absicht" geklaut. Eigentlich sollte es in Deutschland keine offizielle Kinoauswertung geben, doch schon auf dem Fantasy Filmfest in Berlin und München waren die Zuschauer begeistert. Smith schuf hier mit einem geringen Budget eine Horrorkomödie die es wirklich in sich hat, sich aber im Gegenzug kaum von einem gängigen Slasher distanzieren kann.

Einige Mitarbeiter (Toby Stephens, Claudie Blakley, Tim McInnerny, Andy Nyman, Babou Ceesay, Laura Harris, Danny Dyer und David Gilliam) des Waffenkonzerns Palisade Defence werden für ein Wochenende in die Einöde gesteckt. In einem abgelegenen Haus im Wald will man mit Hilfe von Spielen das Teamwork stärken. Aber in den unendlichen Wäldern kommt man vom Weg ab und landet in einem verfallenen Waldhaus. Erst beschließt man dort das Wochenende zu verbringen, doch kurze Zeit später wird der Busfahrer ermordet aufgefunden. Schließlich will die kleine Gruppe fliehen, doch eine Einheit verrückt geworden Soldaten, will sie nicht wieder gehen lassen. Es kommt zu einem blutigen Kampf in den Wäldern.

Auch Smith zweiter Film ist ein absoluter Volltreffer in das Herz des Horrorfans. Und endlich kann man sich von dem ausgelutschten Klischee "Teenie" trennen. Hier werden Erwachsene nach dem zehn Negerlein Prinzip dezimiert. Daher fällt die Schauspielerei schon mal wesentlich angenehmer aus. Hier sind keine Stars am Werk und richtig bekannt dürfte nur Tobie Stephens durch seine Hauptrolle in " Stirb an einem anderen Tag" sein. Mit wenig Mimik und Gestik, aber doch einem humorvollen Schauspiel machen die Performances wirklich Laune. Man nehme es mit Humor, lautet hier die Formel. Und man kann wirklich über einige Aktionen oder Onliner herzhaft lachen, die Charaktere selbst bleiben flach. Allein Danny Dyer im Drogenrausch, oder wenn er das abgetrennte Bein in den Kühlschrank presst, ist ein Knaller. "Severance" nimmt sich nur in wenigen Szenen ernst, trotzdem hat Smith den perfekten Kontrast zum knallharten Survivalhorror gefunden. In einer Szene muss man sich vor Lachen den Bauch halten, in der nächsten stellen sich die Nackenhaare. In einigen Sequenzen ist Hochspannung angesagt, da ist es schade, dass einige Fragen offen bleiben, oder nur verschleiert aufgelöst werden.

Was die Mörder sind und warum sie das tun, wird dem Zuschauer noch plausibel gemacht, doch die ganzen Akten der Mitarbeiter im Keller und auch was die ganzen Waffen der Firma Palisade im Wald machen, bleibt ein Rätsel. Darüber muss man wohl hinwegsehen, um 92 Minuten perfekt unterhalten und auch gegruselt zu werden. Auch wenn der Film ein Weilchen braucht um zu Potte zu kommen, nicht die kleinste Durststrecke braut sich zusammen. Durch den vielen Humor und die sehr beunruhigend wirkende Kulisse, kann der Zuschauer das Unheil schon förmlich spüren. Die zweite Filmhälfte verkommt zur Non Stop Hatz durch die dunklen Wälder. Dabei wird die Gruppe grausam dezimiert, mit Fallen, Flammenwerfern und automatischen Feuerwaffen wird den Bürohengsten die Hölle heiss gemacht. Dabei geht es ganz schön gorig zu, doch manch ein Mord geschieht auch nur im Off. Pluspunkte sammelt auch der herrliche Score, welcher ab und an zu blutigen Jagd mit lustiger Musik auffährt.

Ebenso blutiger, wie witziger Survivalhorror der prima unterhält. Nicht gerade originell, aber doch recht spannend und mit sympathischen Darstellern versehen. Es bleiben Fragen offen, aber bei dieser Rasanz kann man darüber hinwegsehen. Very british eben, ich hoffe Smith bleibt dem Genre treu.


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