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Uhrwerk Orange (1971)

Eine Kritik von Flocke (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 18.01.2004, seitdem 707 Mal gelesen


Von zwei Uhrwerken
„Uhrwerk Orange“, das großartige Buch von Antony Burgess und der Film von Stanley Kubrick, mit diesen Werken haben die beiden ein Meisterwerk geschaffen.
Obwohl Kubrick das Buch zur Vorlage diente und er die Handlung zu 60% beibehalten hatte, schaffte er es dennoch seine eigene Message in dem Film unterzubringen.
Burgess erzählt Gewisserweise eine Geschichte vom Erwachsenwerden nur das er die Revolution die jeder junge Mensch durchmacht ins Extrem kehrt.
Gerade im letzten Kapitel, das Kubrick ausgelassen hat, weil es für seine Interpretation nicht relevant war, merkt man, dass Alex langsam erwachsen wird. Seine kranken Fantasien weichen Fantasien von Ruhe in denen er vor einem Kamin sitzt und sich entspannt. Kubrick hingegen geht mehr auf die Umgebung ein, die Menschen die in Burgess gedanklichem Politischem-„System“ leben, sind leichtgläubig, die Medien werden als wahrheitlich hingenommen.
Die Bevölkerung vertraut blind auf die Medien. Der Staat wiederum macht seine eigene Politik ohne die unpolitische Bevölkerung, dieser erscheint der Staat nur in den Medien und dort natürlich gut, da er die Medien beeinflusst. Alex’s P und M beispielsweise kommen demütig zu seinem Krankenbett und beginnen ihren Satz mit “Die in den Nachrichten haben gesagt...“
Kubrick kritisiert hier das Machtstreben der Staaten und das Desinteresse der dumm gehaltenen Bevölkerung, aber auch die Machteinflüsse der Medien die zwar in diesem fall Staatlich sind aber sich der gleichen Mittel wie die Freien Medien bedienen.
Bei Burgess, wird noch die Gleichschaltung der Medien beschrieben als Alex nach seiner Freilassung die Gleichheit der Zeitungsartikel erkennt.
Bei Kubrick ist Alex der jugendliche Rebell der sich gegen alles ohne es direkt zu beabsichtigen auflehnt, er ist gewisser maßen Anarchist, der sich seine Freiheit im System erkämpfen muss.
Eingeengt von System, Schule und letztendlich auch den allgemeinen Sitten zieht er los sich die Freiheit zu holen die ihm zusteht, selbst seine Droogs können ihn nicht stoppen.
Die Ludoviko-Methode steht nur für den staatlichen Versuch den Widerstand der Menschen zu brechen. Doch im Endeffekt stärk sie nur Alex’s Freiheitsverlangen. Doch schnell merkt er auch, dass er alleine ohne die Fähigkeit sich zu wehren der Gewalt der Menschen ausgeliefert ist. Doch das Glück ist auf seiner Seite und verhilft ihm wieder zu seinen alten Kräften, dass ist im Buch wie im Film der Fall.
Buch wie Film sind eine Gesellschaftskritik die immer und überall einen Bezug zur Realität finden und auch in Zukunft finden werden.


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