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Parfum - Die Geschichte eines Mörders, Das (2006)

Eine Kritik von itsjustme (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.09.2006, seitdem 290 Mal gelesen


Gespannt, was mich erwarten würde, schaute ich mir diesen Film an. Das Buch, das ich vor längerer Zeit gelesen hatte, blieb mir immer als grandiose, aber unverfilmbare Geschichte in Gedanken (zumindest nachdem ich gehört hatte, dass es tatsächlich verfilmt werden sollte). Und denke ich nach dem Anschauen des Filmes anders darüber?

Jein! Wenn man den Film NICHT als Verfilmung eines Bestsellers betrachtet, sondern schlicht als Film, der eine Geschichte erzählen will, verpackt in schöne, kunstvolle Bilder, so denke ich, ist es ihm gelungen. In Bezug auf das Buch kann man noch sagen, dass man sich ziemlich nah an die Romanvorlage gehalten hat, was ebenfalls als positiv zu bewerten ist.

Im direkten Vergleich zum Buch schneidet der Film jedoch, und wie hätte es anders sein können, eindeutig schlechter ab. Man hat nach dem Anschauen nicht das Gefühl, etwas wirklich Großes gesehen zu haben, sondern lediglich einen unterhaltsamen, wenn auch künstlerisch ohne Zweifel wertvollen Film.

Die Schauspieler agieren überzeugend, Hauptdarsteller Grenouille erregt eigentlich eher Mitleid als Verachtung, und auch im Buch hatte man nie das Gefühl, es mit einem kaltblütigen, kranken Mörder zu tun zu haben, sondern viel eher mit einem Sonderling, der sich auf seine Aufgabe fixiert hat, nämlich den perfekten Duft zu konservieren.  Was auch im Film den einzigen Grund seiner Existenz darstellt, so zu sehen in der Szene, in der Grenouille im Sterbebett liegt und wissen möchte, ob es außer Destillation noch andere Möglichkeiten zur Duftkonservation gibt und sein weitere Überleben nur von der entsprechenden Antwort abhängig macht.

Das Finale wirkt nicht ganz passend im Gegensatz zum Rest des Films, allerdings war das bei einer solchen Szene auch nicht anders zu erwarten. Trotzdem für meinen Geschmack etwas zu übertrieben dargestellt, wie das versammelte Volk plötzlich theatralisch anfängt, sich auf die Knie zu werfen und eine Orgie entfesselt wird, wie sie so wohl noch nie in einem (Hollywood)-Film zu sehen war ;-) (erwartet nicht zu viel, erotisch wirkt das ganze nicht, aber man kann sich schon vorstellen, wie chaotisch die  Dreharbeiten verlaufen sein müssen).

Alles in allem bleibt zu sagen, dass es sich um einen guten Film handelt, der etwas abseits der restlichen Hollywoodergüsse steht, seiner Romanvorlage aber leider nicht gerecht wird. Bloß noch schwierig zu sagen, ob man das Buch vor oder nach Anschauen des Films gelesen haben sollte, da man im ersten Fall evt. enttäuscht von ihm sein könnte, aber in letzterem Fall vielleicht nicht mehr die Motivation hat, sich danach noch das Buch zu lesen. In jedem Fall bleibt aber zu sagen, dass zumindest das Buch absolute Pflicht ist!


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