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Parfum - Die Geschichte eines Mörders, Das (2006)
Eine Kritik von Persephone (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 07.10.2006, seitdem 723 Mal gelesen
Visuell schön, aber mehr als substanzlos
Die Buchvorlage ist mir (leider) nicht bekannt. Ich möchte deshalb auch keine Vergleiche zu der literarischen Vorlage ansprechen, mehr den Film an sich.
Rund 150 Minuten schleppt sich der Film von Ereignis zu Ereignis, von schöner Einstellung zu schöner Einstellung, aber der Funke geht nur bedingt über. Zu sehr wirkt das Werk, als sei es die Hauptambition gewesen, visuell und akkustisch den Zuschauer zu beeindrucken. Das gelingt auch, aber leider bleibt sonst wenig hängen. Vielleicht gab es den Hintergedanken, eine Mischung aus Kunstkino und Popcornkino zu schaffen.
Inhaltich ist das sicherlich kein Popcornkino. Aber Kunstkino sieht anders aus. Es wirkt zu gekünstelt, ein zäher Kaugummi aus audiovisuellen Ergüssen ohne zu fesseln. Zu kalt wirkt das Ganze leider.
Das Opening des Films ist durchaus gelungen. Der Erzähler wirkt aber etwas deplaziert und zu belehrend. Ich hatte kurz die Erinnerung, ein Märchen zu hören. Das ist natürlich nicht der Fall und es wird schnell auf dem Fischmarkt mit einigen Ekelsequenzen (Maden, Fische etc.) eine andere Richtung eingeschlagen. Diese Sequenzen wirken aber billig und unpassend. Es erinnert an so manche TV-Profiler-Serie, aber nicht an ein künstlerisches Werk.
Nur schleppend bewegt sich der ganze Film nach vorne. Natürlich lässt sich Geruch nicht audiovisuell darstellen, aber die häufigen Zooms auf/in die Nase des Protagonisten sind mit der Zeit nervig, fast ermüdend. Der Auftritt von Dustin Hofmann ist das Highlight des Filmes, es wird wieder interessanter. Leider ist sein Auftritt sehr kurz und im Anschluss verliert sich der Film in Längen, die versuchen, die inhaltliche Leere durch schöne Bilder und aus meiner Sicht schwacher und zu pathetischer Chor-Musik (warum hört man das derzeit in fast jedem Film?) auszugleichen. Die Rechnung geht nicht auf. Es tut sich mehr und mehr Langweile auf.
Das Morden wirkt zu hektisch. Die Obsession der Mörders wird plakativ verdeutlicht. Das kann man nicht Charakterstudie nennen. Natürlich muss ein Charakter nicht sympathisch sein, aber zumindest sollte er Facetten haben. Das wird hierbei schmerzlich vermisst. Es baut sich keine Verbindung, nicht einmal Abscheu gegen den Mörder auf. Es ist alles so belanglos.
Das Finale mit einer Massenorgie wirkt nicht überzeugend. Natürlich sieht dies die Story vor, aber die ganze Szenerie und Kameraführung erinnert an ein Musikvideo. Leider an kein Gutes. Zur Substanz tut dies leider nichts. Die Endsequenz ist wie der ganze Film klischeehaft und zwanghaft gekünstelt. Das Fläschchen mit dem perfekten Parfum liegt auf dem Boden und plötzlich kommt noch ein Tropfen heraus. Musste das sein?
Die literarische Vorlage mag als unverfilmbar gelten. Sicherlich hätte man daraus aber einen wesentlich besseren Film machen können. Einen Film, der Substanz und Anspruch hat und nicht durch Längen langweilt. Einen Film, der nicht in jeder Ecke mit zu gekünstelt schönen Bildern und zu klischeebehafteter Musik die Inhaltleere versucht zu überspielen. Einen Film, der sich mit den Charakteren näher beschäftig und auch unter die Oberfläche geht. Einen Film, der sich nicht als Hype stilisiert, welcher er nicht ist. Den Kinobesuch hätte ich mir sparen können, aber leider weiß man das erst hinterher.
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