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Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961)

Eine Kritik von bigimot66 (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 21.06.2004, seitdem 665 Mal gelesen


Dem heutigen Durchschnittskinogänger wird die Figur des Dr. Mabuse eher weniger sagen, in den 60er-Jahren hingegen war die Figur des mysteriöse Super-Gangsters im deutschen Kino eine feste Größe und erschien in mehreren Kinofilmen. So auch in „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ den ich zufällig in der VHS-Sammlung eines Freundes entdeckte. Nachdem der mir den Streifen in den höchsten Tönen anpries war ich also mehr oder weniger genötigt mir den Streifen anzusehen…

Dr. Mabuse, finsteres Verbrecher-Genie, hat mit Hilfe eines erpressten Chemikers eine Droge kreiert, die Menschen zu willenlosen Zombies oder auch gefügigen Sklaven macht. Um die Droge auch in den USA vertreiben zu können benötigt er die Hilfe des Chicagoer Verbrechersyndikates. Das Syndikat erklärt sich bereit ihm dabei zu helfen, falls er einen Beweis seiner Macht erbringen kann…
Um diesen Beweis zu erbringen will Mabuse Atommeiler und Kraftwerke zerstören. Doch die Polizei in Form von Kommissar Lohmann (Gert Fröbe), ein undurchsichtiger Amerikaner (Lex Barker) und eine vermeintliche Pressefotografin (Dahlia Lavi) versuchen dies zu verhindern.

Auch wenn sich die Story ziemlich trashig anhört, war ich doch sehr angenehm überrascht von diesem Film. Obwohl der alte Schwarzweiß-Schinken verdächtig an die Edgar-Wallace-Verfilmungen erinnert hat er doch ein vielfaches an Tempo und Action zu bieten. Zugegeben sind die Action-Szenen im Vergleich mit den heutigen teilweise eher unfreiwillig komisch, aber Gert Fröbe gleicht das mit seiner Präsenz wieder locker aus.

Was mich aber am meisten faszinierte, ist die Tatsache, dass ich mich nicht erinnern kann, dass in einem deutschen Film schon einmal in solchen Dimensionen gedacht wurde. Ich meine damit den Gedanken und auch die Umsetzung eines Angriffs auf Atomanlagen.
Dieses denken in größeren, schon fast Hollywoodhaften Dimensionen ist etwas was dem deutschen Film bis heute bis auf ganz wenige Ausnahmen fehlt und was ihn letztendlich zum Opfer suizidgefährdeter Autorenfilmer, debiler Lederhosenfilmer und Supernasen-Freunde gemacht hat.

Für mich ist „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ kein Meisterwerk, aber ein spannendes und sehr unterhaltsames Relikt aus einer Zeit als es in unserem Land filmisch noch etwas mehr gab als politisch korrekte Aufarbeitungen des Nationalsozialismus und langweilige nervtötende und vor allem schrecklich konstruierte Beziehungskisten.


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