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Air Force One (1997)

Eine Kritik von Kane McCool (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.10.2004, seitdem 335 Mal gelesen


Okay... hier haben wir einen der Filme, den sich US-Präsident George W. Bush vermutlich gerne anguckt, damit mit ihm wieder mal einer richtig abgeht. Hatte man bisher immer gedacht, dass Roland Emmerich mit seinen patriotisch-triefenden Filmen der deutsche Arschkriecher Nr. 1 in Hollywood wäre, so schlägt ihn hier Wolfgang Petersen (Troja) um Längen. Denn nicht einmal Emmerich wäre auf solch eine beknackte Idee gekommen.

US-Präsident Marshall (Harrison Ford), der praktischerweise Vietnam-Veteran, Kumpeltyp und Familiendaddy in einem ist, sitzt nichts ahnend in der Air Force One, als russische (!) Terroristen unter der Führung von Ivan Korshunov (Gary Oldman) alle an Bord als Geiseln nehmen. Sie wollen die Freilassung von General Ivan (sieh an, noch ein Ivan) Radek (Jürgen Prochnow) erpressen. Doch Marshall, der offensichtlich "Stirb langsam" einmal zu viel geguckt hat, beschließt, den Kampf mit den bösen Russen aufzunehmen...

Eigentlich hatte ich Harrison Ford (Krieg der Sterne) immer als Schauspieler gemocht und respektiert. Doch was er hier abliefert, schlägt dem Fass den Boden raus. Er spielt einen US-Präsidenten, den es so im wahren Leben wohl nicht geben wird. Sein Präsident Marshall ist hier eine Mischung aus John McClane und Dave. Gary Oldman (Bram Stoker's Dracula) darf wieder einmal den Bösewicht spielen. Genauso wie Jürgen Prochnow, der in Hollywood inzwischen zum Vorzeige-Bösewicht aufgestiegen ist. Glenn Glose (Das Geisterhaus) hat als Vize-Präsidentin nicht wirklich was zu tun.

In Ordnung... die Shoot-Outs und Kämpfe des Filmes sind nicht von schlechten Eltern, was den Film aber nicht wirklich retten kann. Passenderweise heißen alle Russen Ivan (siehe Oldman und Prochnow) oder Boris. Da kann man wieder mal sehen, wie beschränkt die Weltansicht der Amis ist, wobei es Wolfgang Petersen als Deutscher eigentlich hätte besser wissen müssen. Hoffen wir mal, dass es nur eine Auftragsarbeit von ihm war. Spannend ist der Film kaum, da man sich denken kann, wie er ablaufen wird. All die Dinge, die Marshall in dem Film tut, würde man einem George W. Bush nicht zutrauen. Höchstens vielleicht Clinton oder Präsi-Kandidat Kerry (der is ja auch ein Vietnam-Veteran). Bush allerdings würde nur heulend um Klo hocken und an seinem Daumen nuckeln. Nach dem 11.9.2001 wurde behauptet, dass sich die Terroristen durch Filme wie "Einsame Entscheidung" zu der Tat hatten inspirieren lassen, was völliger Blödsinn ist. Aber wer weiß. Vielleicht kapern demnächst irakische Terroristen die Air Force One, um Saddam freizupressen. Man kann ja nie wissen, welche Filme sich so Terroristen gerade reinziehen.... hahaha!

"Air Force One" ist zwar ein total banaler Film, aber wegen der gut gemachten Action-Szenen dennoch brauchbar für einen DVD-Abend.


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