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Zodiac - Die Spur des Killers (2007)
Eine Kritik von Der Zerquetscher (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 01.06.2007, seitdem 977 Mal gelesen
 David Fincher holt zum neuen Streich aus und erzählt uns die Geschichte des berühmtesten Mörders der amerikanischen Geschichte nach Charles Manson, des Zodiac Killers. Er nimmt sich dazu 157 Minuten Zeit, in denen er den Zuschauer mit der Schilderung beziehungsweise seiner Interpretation des spannenden authentischen Kriminalfalls unterhalten möchte. Und da der Filmfan obendrein von Fincher beinahe gewohnt ist, Kultfilme vorgesetzt zu bekommen, ist die Erwartung entsprechend hoch.
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Die Geschichte um den geheimnisvollen Mörder, der offenbar wahllos tötet und die Nähe der Medien sucht, sollte Möglichkeit genug geben, Dramatik zu erzeugen oder zumindest dramaturgisch abgearbeitet werden zu können. Wenn dann noch Stars wie Jake Gyllenhaal, der als Hobbyermittler Graysmith privat in dem Fall recherchiert, oder auch Robert Downey Jr., der hier den dauerbetrunkenen Journalisten gibt - eine Rolle, die im Plot sehr künstlich wirkt -,  verpflichtet werden, ist das Kinohighlight vorprogrammiert. Wenn die Polizei von San Francisco, repräsentiert von den Ermittlern Toschi (Mark Ruffalo) und Armstrong (Anthony Edwards) solch zugkräftige Unterstützung bekommt und obendrein einen solchen Strippenzieher auf dem Regiestuhl vorweisen kann, darf man als Filmfan zurecht hoffen. Doch dieses Mal schwächelt Fincher - das erste Mal in seiner Karriere. Die schlechten Einspielergebnisse in den USA haben leider ihre Berechtigung.
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In seinem neuesten Streich fährt der Kultregisseur nicht die äußerst erfolgreiche Thriller Schiene eines „Sieben", sondern rekonstruiert penibel eine dreißig Jahre alte Mordserie, die nie aufgeklärt wurde. „Zodiac" ist kein Thriller, sondern ein Kriminalfilm, der uns die trockene Polizeiarbeit etwas zu real vor Augen führt. Der Zuschauer wird nicht mit einer spannenden Mörderhatz unterhalten, sondern mit Puzzleteilen, die den Film über ermittelt, kontinuierlich zusammengesetzt, überprüft und wieder auseinander gerissen werden. Dieser filmische Ansatz ist originell und wäre durchaus legitim - wenn der Film keine Überlänge hätte. Denn nach der x-ten Fehltheorie, auch wenn sie von Jake Gyllenhaal noch so enthusiastisch vorgebracht und mit stimmungsvoller Musik untermalt worden ist, geht dem Zuschauer die Geduld aus. Die Jahre verstreichen im Film, die Darsteller altern bemüht, doch Spektakuläres ist nicht zu vermelden. Das Plot bietet keinen wirklichen Spannungsbogen, kaum fesselnde Momente und treibt keinem Höhepunkt zu. Da ist man von diesem Regisseur anderes gewohnt. Auch ein Kriminalfilm aus dem Hause Fincher muss dramaturgisch hochwertige, unterhaltsame Kost abliefern und darf nicht apologetisch ins Feld führen, dass die erzählte Geschichte auf wahren Tatsachen beruht und deshalb nicht künstlich gewürzt wird. Dramatik sucht man im Film mehr oder weniger vergeblich, und allenfalls die Musik versucht über die streckenweise Öde und das dauerretardierende Moment im Film hinwegzutäuschen, um so etwas wie Thrillerfeeling aufkommen zu lassen. Doch ohne echte Höhe- oder auch nur Einhakpunkte im filmischen Geschehen gelingt das nicht.
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Wer pingelig ist, darf sich zusätzlich über ein großes Logikloch des Plots (oder etwa der damaligen Ermittlungen?) beschweren: *Spoiler* Warum wird weder der mit ihrem Baby aus dem Wagen gesprungenen Frau noch dem schwer verletzten Überlebenden am See nach dem auf Arthur Leigh Allen (John Carroll Lynch) gefallenen Verdacht ein Foto des Verdächtigen gezeigt? *Spoiler Ende* Damit hätte man sich selbst und so manchem Zuschauer einen Gefallen getan.
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Ein Reinfall ist David Finchers „Zodiac" nicht. Die Darsteller geben sich erfolgreich alle Mühe, über das zähe Plot hinwegzuhelfen. Die Musik ist bewusst kontemporär gehalten und vermag stimmig in die 60er und 70er zurückzuversetzen. Die Hairstylisten konnten regieverschuldet nicht ebenso gute Arbeit leisten. Einen Jake Gyllenhaal mit 70er-Matte zu versehen, hätte womöglich weitere potentielle Zuschauer verschreckt und wurde deshalb profitfreundlich unterlassen. Dasselbe gibt für das Gros der Darsteller. Es wurde nicht wirklich versucht, die Welt vor dreißig Jahren wiederzubeleben. Das ist schade, denn dem ansonsten so dogmatisch den tatsächlichen Ermittlungen folgenden Plot hätte ein zeitgenössischeres Gewand gut gestanden. Der ein oder andere Höhepunkt auch.
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