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Ghosts of Mars (2001)
Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 20.08.2002, seitdem 275 Mal gelesen
Was sich John Carpenter mit "Ghosts of Mars" gedacht hat, bleibt wohl so gut wie jedem ein Rätsel. Einer der besten Regisseure aller Zeiten wird doch wohl schon während der Dreharbeiten am Set bemerken, dass der Film nichts Besonderes werden kann. Denn sein neuestes Werk sieht so aus, als ob der Schaffer von "Halloween", "Die Klapperschlange" und "Assault" absolut lustlos zur Sache gegangen ist.
Der Film spielt auf dem Mars im Jahre 2176. Eine Polizeitruppe um Helena Braddock (Pam Grier) und Melanie (Natasha Henstridge) sollen den Schwerverbrecher "Desolation" Williams (Ice Cube) überführen. Dieser befindet sich derzeit in der Bergarbeiterstadt Shining Canyon. Die Polizeitruppe macht sich also mit dem Zug auf zum Schwerverbrecher, doch als sie ankommen, ist keine Menschenseele da. Bald jedoch entdecken sie ein paar Monster und auch ein paar Gefangene, darunter WIlliams. Nach und nach kommen sie dieser mysteriösen Angelegenheit auf die Spur, jemand hat bei der Sprengung eines Berges etwas ausgelöst, das die Bergarbeiter allesamt in Monster verwandelt hat, die auch schon Helena auf dem Gewissen haben. Zusammen mit den Gefangenen kämpft die Polizeieinheit gegen die Monster an...
Dass der Film dialoglastig ist, ist eigentlich das kleinste Problem bzw. ist für mich nicht mal eines. Man hat wenigstens den Eindruck, dass der Film nicht einer der Sorte ist, wo es nur ums Abschlachten und Rumballern geht. Und ich finde, der Film ist bis zu der Szene, in der Jericho sieht, wie der Boss der Monster Helena tötet. Die Kreaturen sehen meiner Meinung nach absolut lächerlich aus und man gruselt sich nicht eine Sekunde. Wo die erste halbe Stunde noch einigermaßen wirkt, ist die restliche Stunde einfach nur langweilig und so unspannend, dass es unspannender nicht mehr geht. Selten hab ich einen Showdown gesehen, der weniger einem Showdown gleichte wie dieser. Ich hab mich echt gefragt, ob dass wirklich ihr ernst war, dass schon alles vorbei ist, nachdem sie das Atomkraftwerk in die Luft gesprengt haben. Der Abschlusskampf mit den beiden Monstern im Zug setzt dann noch einen drauf, der ist wie jeder Kampf absolut schlecht choreographiert.
Schauspielerisch ist keiner hervorzuheben, jeder spielt das, was er kann. Und nachdem das nicht viel ist, kann man nicht viel erwarten. Was die Splattereffekte angeht, die kommen so gut wie gar nicht vor. Es werden glaub ich glatte 2 oder 3 Menschen geköpft und sonst kann ich mich an keine Gewaltszenen erinnern. Also wäre wie bei "Sleepy Hollow" eine FSK 16 locker angebrachter gewesen. Aber FSK 18 vermarktet sich besser und irgendwas musste man ja unternehmen, damit man Geld mit diesem Werk machen kann.
Als ich den Film noch nicht gesehen und hier die Reviews gelesen hatte, dachte ich mir, so schlecht kann der Film gar nicht sein, wenn Carpenter Regie führt. Er ist vielleicht nicht gerade anspruchsvoll, aber sicher überzeugend. Aber als ich ihn mir dann angesehen hatte, muss ich sagen, meine ohnehin niedrigen Erwartungen wurden noch weit untertroffen. Selten war ich von einem Film mehr enttäuscht als von "Ghosts of Mars".
Man kann sich ihn gerade 1 Mal anschauen, und das auch nur, wenn man echt nichts Besseres zu tun und alle anderen neuen Filme in der Videothek schon gesehen hat. Weil schlechtere Neuheiten gibts garantiert nicht viele, also tut man nicht schlecht daran, einen Bogen um "Ghosts of Mars" zu machen, höchstens man möchte sich drüber aufregen, wieso Carpenter solch einen Film geschaffen hat. Klingt alles ziemlich negativ, ist es auch, aber er bekommt von mir gerade noch 4/10
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