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Menschenfeind (1998)

Eine Kritik von Burningfly (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 28.10.2011, seitdem 152 Mal gelesen


Durch Filme wie " Irrevisible" oder jüngst " Enter the void" ist der Name Gaspar Noe, längst kein Geheimtip mehr. Daher ist es lohneswert sich auch mal seine älteren Werke zu Gemüte zu führen. So ist sein Erstling " Menschenfeind" mindestens genauso verstörend und aufwühlend wie die beiden zuvor genannten Filmen.


Nach fünf Minuten einer mit Bildern unterlegten Einführung wird der Zuschauer in das Leben des 50 Jährigen Ex-Metzgers geworfen, welcher der Hauptprotagonist ist. Alles verloren, Arbeitslos, ungeliebt und voller Hass versucht er. nachdem er seine " geliebte" welche schwanger ist, verdroschen hat,  mit gerade mal 350 Frances und einer Knarre einen Neuanfang in seiner alten Heimat. Doch die Gesellschaft macht es ihm nicht leicht und seine Wut und sein  Hass steigern sich, bis zum grossen Knall.

Noe liefert hier eine Charakterstudie ab, die sich gewaschen hat. So schafft er es direkt von Beginn, eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen, welche sich im laufe des Films immer weiter steigert und den Zuschauer immer schlechter fühlen lässt. Durch visuelle Effekte wie das Heranzoomen in bestimmten momenten auf bestimmte Punkte oder durch den gekonnten Einsatz von Soundeffekten verleiht er den Szenen zusätzliche Intensität. Auch vor anstössigen Dingen macht er nicht halt und zeigt hardcore-sex Szenen genauso wie expiiziete Gewalt. 

Hauptsächlich ist aber der Darsteller Phillipe Nahon zu nennen, welcher der Figur eine unglaubliche Präsenz verleiht. So ist des seinem Schauspiel zu verdanken, das die Geschichte so an die Nieren geht. Seine Entwicklung zum immer grösser werdenden Monster ist dabei sehr glaubhaft und Intensiv. Und er schafft es zu jedem Gedankengang seiner Figur die passende Mimik zu finden.

Könnte man vom Cover des Films erwarten das es hier hart zur Sache geht, könnten Fans von harter Gewalt entäuscht sein, spielt sich alles, bis auf einige Ausnahmen, in der Psyche ab.
Diese Psychische Härte ist aber dann so harter Tobak, das so mancher Zuschauer hier lieber nicht einschalten sollte. 
Auch die Thematik welche in dieser Geschichte über Hass besprochen wird, dürfte so einigen zu anstössig sein, da hier kein Blatt vor den Mund genommen wird und alle möglichen Gruppierungen beleidigt werden. Homosexualität, Ausländerfeindlichkeit, das soziale System und auch Inzest sind Themen welche in diesem FIlm ihren Platz haben.

Fazit:
EIn wahnsinnig intensives Regiedebüt, welches knallhart seinen weg geht. Dabei so pessimistisch und ausweglos ist, das so mancher Zartbeseitete Zuschauer sich wünscht lieber was anderes geschaut zu haben. 
8,5 Punkte


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