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Scarface (1983)
Eine Kritik von Splatterfreak! (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 07.11.2005, seitdem 905 Mal gelesen
,,Scarface“ erzählt die Geschichte des politischen Flüchtlings Tony Montana (grandios gespielt von Al Pacino), der sich bei seiner Ankunft in den Staaten schnell vom Tellerwäscher zum Drogenboss heraufarbeitet. Dann ist es klar, dass er nicht nur Freunde hat, und das muss Tony am Schluss auch schmerzvoll feststellen......
Brian de Palma (,,Carrie-Des Satans jüngste Tochter“, ,,Mission to Mars“) hat hier echt einen DER Filmklassiker für die Ewigkeit geschaffen. Zusammen mit Oliver Stone, der das Drehbuch schrieb, erschuf er ein bildgewaltiges Spektakel, dass sehr von seiner guten Kameraarbeit und den hervorragend gewählten Kulissen besticht.
Für mich war es von vornherein etwas Besonderes, diesen Film zu sehen, da ich zuvor jahrelang das Spiel ,,GTA: Vice City“ spielte. Ich habe zwar schon gehört, dass der Film so ähnlich sein soll wie das Spiel, aber als ich ihn dann sah, war ich sehr positiv überrascht! Bis in manche kleine Details gleicht der Film dem Spiel (bzw. umgekehrt). Da wäre zum Beispiel Tonys Villa, insbesondere sein Privatzimmer sieht im Spiel genau so aus. Und dann noch die Sache mit der Kettensäge und so weiter, ganze Straßen und Häuser sind mir bekannt vorgekommen, selbst die Leute sind teilweise gleich (die Frauen beispielsweise, die nur mit Bikini überall in der Strandgegend herumlaufen). Von da her war das für mich ein ganz besonderes Filmerlebnis, denn das 80er-Jahre Flair wird dem Zuschauer bestens unterbreitet. Damit meine ich so dieses Sunnyboy-Strand-Feeling und die Lässigkeit der 80er. Allerdings ist der Aufstieg von Tony etwas arg schnell abgelaufen, denn er war nur an einem Deal beteiligt, der fehlgeschlagen ist, und schon läuft er die restliche Zeit als Nobelgangster im Anzug rum, aber okay.
Leider bleibt die Gewalt etwas auf der Strecke, weshalb sich über die Indizierung streiten lässt. Gut, ich wusste, dass der Film nicht sonderlich brutal ist, deshalb wurde ich auch nicht enttäuscht. Was aber nicht heißt, dass doch die ein oder anderen harten Sequenzen vorhanden sind. Da hätten wir doch gleich die berühmte Kettensägenszene, in der Tonys Bruder im Bad übelst hingerichtet wird. Leider geschieht auch das nur im Off, aber das umherspritzende Blut ist hier zu bewundern, und das wurde genau wie die restlichen Gewaltszenen sehr detailgetreu und in der realistischen Härte dargestellt. Die Shoot-Outs sind ebenfalls etwas außergewöhnlich hart, aber eben nicht wegen des Blutgehaltes, sondern weil es so realistisch und hart wirkt, so richtig gnadenlos, und nicht wie in den üblichen Actionstreifen.
Niemand hätte Tony Montana besser spielen können als Al Pacino. Er passt so herrlich perfekt in diese Rolle, das ist wirklich erstaunlich. Er überzeugt genau wie die anderen Darsteller und jedem kauft man seine Rolle ab. Michelle Pfeiffer spielt hier den Part als (nicht gerade glückliche) Ehefrau von Tony auch ziemlich gut. Also die Schauspielerleistungen sind überragend, ich sags jetzt einfach knallhart :-)
Der Showdown war sehr nach meinem Geschmack, eben weil er so unrealistisch ist. Tony markiert den ganzen Film über den harten Macker und lässt auch am Schluss nicht davon ab, als er mindestens 20 schwerbewaffnete Kerle umnietet. Was Tony dabei einsteckt ist allerdings wahrlich erstaunlich, denn er ist übersät mit Einschusslöchern und lebt immer noch. Das übersteigt die Realitätsgrenze allerdings arg, so was sieht man selten. Doch er bleibt munter auf seiner Treppe stehen und brüllt: Schießt doch, schießt doch, ich schlucke eure Kugeln, los doch, ich schlucke sie alle!
Desweiteren bleibt noch zu sagen, dass ,,Scarface“ kein düsteres Mafiadrama ist, sondern ein locker leichtes Mafiadrama, das sich sehr auf die starken Bilder verlässt, die den Zuschauer faszinieren und gut unterhalten. So richtige Actionelemente wie Verfolgungsjagden und so gibt es gar nicht, es ist schon eher auf Thriller und Drama abgestimmt. Und trotz der gigantischen Laufzeit von 163 Minuten wird der Film nie langweilig, zumindest beim ersten Mal nicht.
Fazit: Ein klasse Film, der mich richtig fasziniert hat. Mein Lob, Mr. De Palma!
Klare 10 von 10 Punkten !
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