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Scarface (1983)
Eine Kritik von Kenji (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 14.09.2004, seitdem 664 Mal gelesen
Der aus Kuba stammende Tony schafft es in den 80ern in die USA. Dort fängt er zusammen mit einem Freund von ihm an in einem schmierigen Burgerladen an einer Straßenecke zu arbeiten. Doch schon bald stinkt ihm die Arbeit und er geht auf ein Kokaingeschäft ein bei dem 5000 Dollar für ihn rausspringen. Die Lage entwickelt sich, Tony lernt den führenden Kopf des Kokaingeschäftes in den USA kennen, und pflegt auch schon bald Kontakte bis nach Bolivien. Seine Macht schwillt an, sein Reichtum steigt, doch an der Spitze seines Wohlergehens vernichtet er durch seine überheblichen Art alles was er sich bislang aufgebaut hatte.
"Scarface" wird als einer DER Filme gehandelt was ihn schlussendlich auch für mich interessant machte. Also schob ich abends den Film rein und ging auch mit relativ hohen Erwartungen an das ganze ran. Offensichtlich ein Fehler, denn das hier gebotene wusste mich nicht zu überzeugen. Zum einen gibts hier glücklicherweise einen extrem überzeugenden Al Pacino der die Charakterentwicklung von Tony auf sehr gute Weise rüberbringt. Dazu eine ziemlich dürre Michelle Pfeiffer die den ganzen Film über sich aber eigentlich entweder schminkt, raucht, oder kokst. Die anderen Darsteller sind so lala, keine besonderen Highlights dabei, zumindest nicht in meinen Augen. Der Soundtrack ist allerdings sehr gut gewählt worden und auch die Dialoge sind den jeweiligen Situationen gut angepasst - zumindest in den meisten Fällen. Szenen wie der Heiratsantrag am Pool brachten mich eher zum schmunzeln. Ansonsten aber ist der Film schrecklich eintönig, zumindest ab der Stelle wo Tony über ein so hohes Vermögen verfügt. Immer wieder wiederholen sich die selben Themen wie die Schwester die mit Kerlen rummacht, viel ist absolut vorhersehbar (die Tatsache das Tony's Schwester mit seinem Partner zusammen ist z.B.), und auch die "legendäre" Kettensägen-Szene wirkt verglichen mit dem Rest des Films eher trashig bis aufgesetzt. Für die damaligen Filmverhältnisse war "Scarface" sicher etwas besonderes, doch wenn man sich dies heutzutage ansieht so wirkt ein Großteil doch ermüdend. Es fehlt einfach die Balance und vor allem die Abwechslung im Film. Es gibt keinen richtigen Spannungsbogen, unerwartete Storywendungen gibt es wenig bis garnicht.
Ich kann nur sagen das mich "Scarface" nicht überzeugen konnte, allerdings muss man dafür in gewisser Weise auch den Zeitunterschied von mehr als 20 Jahren berücksichtigen. Für Freunde von älteren Krimis und Mafiafilmen ist der Film allemal sehenswert, ansonsten ist er aber kein Must-See.
6/10
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