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America's Sweethearts (2001)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.10.2001, seitdem 1439 Mal gelesen


Eine beißende Satire hätte es werden sollen, doch es reicht beim Zieleinlauf nur zu einer vergnüglichen Komödie mit bissigen Seitenhieben, deren zahlreiche Stars sich und ihre Profession selbst durch den Kakao ziehen.

Andererseits wäre ein vollends schriller Angriff auf das Hollywoodbusiness vielleicht auch nicht ganz so erfolgreich ausgefallen, denn mit Roberts, Cusack, Zeta-Jones, Walken und Crystal hätten die hier ausgespielten Routinen natürlich brach gelegen.
Geschrieben von Billy Crystal höchstpersönlich, fängt es in absoluter Bestform an, wenn der Pressetermin-Gau naht und jedermann als erstes an sich denkt, ganz wie es sich gehört.
Hier ist für ausreichend Lacher gesorgt, wenn Zeta-Jones als total ignoranter, superegozentrisches Schmusebiest ihre gerade erblühte Schwester unterbuttert und ausnutzt und Cusack bei einem Wellness-Guru völlig geistlose Ratschläge seit 18 Monaten aufsaugt, obwohl ihm das überhaupt nicht hilft. Crystal hetzt als PR-Spezialist zwischen den Polen hin und her und bietet seine typische Charaktercomedy, die er in beinahe jede Rolle mitnimmt. So weit, so gut. Leider reicht das nur etwas weiter, als das erste Drittel, denn je stärker Roberts in den Vordergrund und die zerrüttete Beziehung ins Zentrum rückt, desto romantisch-klischeebehafteter wird die Geschichte. Sicherlich reichen die charakterlich monströsen Auswüchse der Stars immer noch für Lacher zwischendurch, aber trotzdem wähnt man sich in einem Reißbrettprodukt, daß mehr von bekannten Gesichtern, als von einer originellen Story mit verblüffenden Wendungen lebt.

Gottseidank bekommt der Film in der Schlußviertelstunde nach dem üblichen Gefühlsüberschwang mit Finden und Auseinanderbrechen der Liebenden wieder die Kurve und schwenkt in einen knalligen Schluß, der zwar ebenfalls vorhersagbar, aber dafür grell-bitter daherkommt.

Crystal hat ordentlich Gags produziert, die dankbarerweise nie flach ausfallen und die besten davon gleich für seinen Charakter behalten. Sein Lee Philips würde, wie er selbst sagt, den Tod seiner Mutter vermarkten, wenn es für einen Film gut wäre und bringt so das Konfliktpotential so richtig ins Rollen. Voll ins Komikzentrum geht auch die Frühstücksequenz mit Julia Roberts, in der sich die Superschlanke vor Frust durch ein Mega-Frühstück mümmelt, was Crystal mit einem ankommenden "Ach, hier ist das Buffet!" kommentiert, um anschließend die Wutausbrüche Roberts' mit treffenden Kommentaren zu versehen. Zum Klassiker wird sicher auch sein Kommentar zu Jones beißwütigem Hundi, der ihm gekonnt im Schritt herumkaut: "Etwas mehr links..."
Roberts selbst bietet Gefühlsstandard mit ein paar netten Spitzen, ist aber noch die Normalste in diesem Höllenreigen. Cusack fügt seinen bekannten Marotten auch nichts Wesentliches bei, ist aber treffend genau besetzt, wenn es um den heilpraktikerversessenen Verzweiflungstropf geht und ist niedlich genug, um die Sympathien zu pachten.
Zeta-Jones geht genau auf der Grenze zwischen Schnuckel und Bitch entlang, sorgt jedoch im rechten Moment immer für den nötigen Egomanen-Ausfall, um Lacher zu provozieren.
Walken reißt in seinen wenigen Szenen als Regie-Slacker alles, Hank Azaria gibt als akzent-stolpernder Hispano-Lover Saures und Alan Arkin darf als Guru DEN Satz überhaupt von sich geben: Das Leben ist ein Keks. Als Extra gibt es noch Seth Green ("Oz") als Crystals Nachfolger, der meistens genau neben der Spur agiert.

Trotz alledem kam diese Mischung zwar gut, aber längst nicht überragend beim Publikum an. Möglicherweise ist es den Herz-Schmerz-Schmunzel-Puristen (Gott bewahre uns Cineasten vor einem vollen Kino nur mit diesem Menschenschlag.) zu bissig-beißend gewesen und den Komödienfans zwischendurch zu romantisch, so daß niemand so recht zufrieden war. Insgesamt fällt der Film aber nicht so wohlbekannt-schwach aus, wie ihn die Presse immer gern besprochen hat.

Er genügt voll und ganz für einen unterhaltsamen Abend, teilt reichlich Lacher aus und bietet ein ausreichendes Script mit einem gut aufgelegten Cast. Auf der Strecke blieb bisweilen das gewisse Etwas, daß länger vorhält als bis zum nächsten Morgen, aber es gibt ja auch Filme, die hat man beim Nachspann schon komplett vergessen.
Leicht hinkende 7/10.


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