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Bloodnight (1989)

Eine Kritik von Adalmar (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.05.2006, seitdem 566 Mal gelesen


Von diesem Film hatte ich mir aufgrund des düster-bösen Hüllenbildes und der wohlwollenden Kritiken einiges an zynischer Splätter-Unterhaltung erhofft. So ganz hat er meine Erwartungen dann aber doch nicht erfüllt, wenn er doch letztlich ganz ordentlich und spannend ausgefallen ist. Es geht um das Personal eines vor der Schließung stehenden Supermarktes, das wegen der Preissenkung alle Waren neu etikettieren muss (wie nostalgisch). Aber, wie es in der Filmvorschau heißt, "there's one customer who isn't satisfied. He's gonna slash their prices..." Und genau das passiert in dem Film. Das Ambiente überzeugt. Im Supermarkt finden sich eine Menge gut in Szene gesetzter, abgelegen-düsterer Räume, wo z. B. gemetztgt wird (ich glaube, das kann man wirklich so sagen). Und wozu exempli gratia eine Hühner-Blattsäge so alles gut sein kann, davon darf man sich im späteren Verlauf des Films überzeugen. Nett, wie die Kamera aus verschiedensten Blickwinkeln Dialoge und Aktionen der brauchbaren Darsteller anfängt. Da freut man sich auf das bevorstehende Gemetzel um so mehr. Aber gerade dieses fällt dann inszenatorisch deutlich schwächer aus. Die Morde sind zwar kreativ, werden aber immer auf die gleiche Art inszeniert (Hand auf der Schulter - "die Raubkopierer sind im Netz nicht anonym" - zack, geht's ab an den Fleischerhaken oder wohin auch immer, und schwups, ist es auch schon wieder vorbei. Von einer genüsslich-sadistischen Auswalzung, wie man sie etwa bei Signor Argento finden kann, nicht die geringste Spur). Vergleicht man die im Film enthaltenen Morde mit den überbliebenen entfernten Szenen, stellt man fest, dass sie aus Zensurgründen gekürzt wurden. Durch die italienische Schule ist dieser Film also nicht gegangen. An selbige erinnert immerhin die ausgezeichnete, atmosphärische Filmmusik. Für Grusel ist also gesorgt, in punkto Gemetzel ist der Film auch noch halbwegs sehenswert. Aber wer nur letzteres will, braucht für die DVD (etwa die sehr schön gemachte von Dragon) nicht sein letztes Hemd inkl. Großmutter zu verkaufen, denn was den Brutalitätsgrad und auch die Qualität der immerhin von KNB stammenden Spezialeffekte angeht, wird der Film m. E. ziemlich überbewertet. Letztgenannte DVD enthält übrigens auch noch zwei Kurzfilme des Regisseurs, der im übrigen der Campbell-Raimi-Tapert-Clique zuzuordnen ist. Diese Filmchen sind jedoch recht alberne Slapstick-Experimente, die für die Zielgruppe von INTRUDER/NIGHTCREW/BLOODNIGHT weniger interessant sein dürften. Ärgerlich ist, dass das Titelbild die Identität des Mörders, der im Film recht lange unerkannt bleibt, sofort enthüllt. Also gegebenenfalls beim Kauf Augen schließen und Hülle dann sofort wegschmeißen - Ach was, auf der DVD selbst ist er, glaube ich, auch noch drauf!!!


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