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Schlafwandler (1992)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 28.09.2006, seitdem 1118 Mal gelesen


Basiert wieder auf einer Kurzgeschichte von Stephen King. Leider war der Autor mit den meisten Verfilmungen seiner Bücher sehr unzufrieden, daher schrieb er diesmal selbst das Drehbuch und wollte dem Film damit auch mehr Tiefsinn verleihen.
Auf jeden Fall ist es eine sehr gelungene Verfilmung, Vergleiche mit der Geschichte kann ich leider nicht aufbringen, da ich sie nicht gelesen habe.
Als Regisseur wählte man Mick Garris, welcher bis jetzt mit noch keinem Film richtig auf sich aufmerksam gemacht hat. Auch die Produzenten Mark Victor und Michael Grais sind eher unbekannt.
Auf jeden Fall schaffte man es unter Columbia Tristar ins Kino und in Deutschland kam der Film sogar uncut auf VHS heraus. Aber trotzdem wurde er sofort indiziert und auch heute genießt der Film keinen großen Bekanntheitsgrad. Aber unter Horrorfans ist er bekannt und darf eigentlich in einer Sammlung nicht fehlen.

Es geht um Schlafwandler, sie sind Mensch und gleichzeitig Monster, sie töten junge Mädchen weil sie ihre Seele als Nahrung brauchen, aber sie haben panische Angst vor Katzen. Der junge Charles ( Brian Krause ) und seine Mutter Mary ( Alice Krige ) sind die Letzten dieser Gattung. Als neues Opfer haben sie sich die hübsche Tanya ( Mädchen Amick ) herausgesucht. Charles schmeisst sich sofort an sie heran und versucht ihre Seele zu rauben, doch es gelingt nicht und Charles wird schwer verletzt. Nun werden sie auch noch von der Polizei gejagt und auch die Katzen machen ihnen das Leben zur Hölle. Nun kommt es zu einer letzten Auseinendersetzung.

Der Plot bietet zwar einige nette Ideen ist aber im Großen und Ganzen nichts Neues an der Horrofront. Bloß dass es Charles mit seiner eigenen Mutter treibt, dürfte jeden hier überraschen. Aber die Schlafwandler scheinen sehr dem Inzest zu frönen. Schwächen des Films sind eindeutig ein paar Durststrecken die man zu überwinden hat. Obwohl die Laufzeit sehr kurz ist neigt der Film als zur Geschwätzigkeit, doch es hält sich im Rahmen und man wird später für das Warten echt noch belohnt.
Zweiter Störfaktor, welcher vor allem mich persönlich stört ist der Hang zum Fantastischen. Die Schlafwandler können sich und sogar ihr Auto unsichtbar machen und es sogar verändern, also das ist für mich wirklich zu viel des Guten.
Außerdem wollen sie stets unentdeckt bleiben, aber Charles zieht mit seiner Raserei die Polizei auf seine Fährte. Rein der Action wegen wurde diese kleine Verfolgungsjagd eingebaut, da kann es schon mal vorkommen, dass dies auf Kosten eines Logikloches geschieht.

Aber jetzt hab ich genug gelestert, denn "Schlafwandler " hat auch seine gute Seiten, welche vor allem bei den F/X liegen. Wenn gemordet wird dann sehr blutig, da bekommt mal einer sichtbar die Hand abgerissen oder einen Bleistift ins Ohr gerammt. Vor allem der sehr lange Showdown ist gut geworden. Mary ermordet sehr blutig viele Menschen. Diese werden abgefackelt, mit Maiskolben erstochen, oder gar auf dem Zaun aufgespießt. Mit Brutalitäten geizt man hier absolut nicht und daher kann man über einige Macken hinweg sehen.
Leider enthüllen die Schlafwandler zu früh ihr Gesicht, so dass die Spannung etwas flöten geht, aber die Masken sehen toll aus, vor allem Charles mit seinem blutüberströmten Gesicht.

Atmosphärisch hat der Film einiges zu bieten und es reicht zumindest für angenehmen Grusel. Das große haus von den vielen Katzen belagert, welche nur auf eine Gelegenheit warten um anzugreifen ist schon eine schicke Idee. Nur als Katzenfreund sollte man hier teils nicht hinschauen, da einige Kätzchen auch getötet werden.
Auch der Score von Nicholas Pike hat etwas tolles an sich und wirkt teils sehr traurig. Zum Beispiel Charles Lieblingsplatte ist wirklich ein perfekter Aufhänger für den Film.

Brian Krause als Charles war eine sehr gute Wahl. er sieht als Mann unverschämt gut aus und hat Charme, aber er kann seine böse Seite auch richtig ausleben.
Alice Krige ist Mutter Mary und auch ihr Schauspiel ist sehr überzeugend. Vor allem am Ende ihr Rachefeldzug ist klasse.
Mädchen Amick ist die sehr sympatische und süsse Verkörperung von Tanya Robertson. Sie sieht einfach sehr gut aus und man wünscht sich als mehr so nette Mädels wie sie es hier ist.
Ron Perlman als Soames spielt hier ein echtes Arschloch und sorgt für ein paar Lacher. Die Rolle passt zu ihm.
Auch Steven King hat einen Kurzauftritt als Friedhofswärter und auch andere Horrorregisseure wie Tobe Hooper und John Carpenter haben einen Kleinauftritt.

Fazit:
Eine weitere sehr amüsante Verfilmung einer King Kurzgeschichte. Ganz klar hat auch dieser Film mit Durststrecken und ein paar Logikschwächen zu kämpfen, aber die Bluteinlagen machen das fast wieder wett. Es wird sehr brutal gemordet und vor allem das lange Finale ist sehr rasant. Auch die Atmosphäre ist sehr intensiv, genauso wie der Score, welcher passend zur Story teils ins Traurige abdriftet. Auch die Darsteller sind allesamt sehr gut. Ist nicht die beste Kingverfilmung, aber trotzdem ein sehr guter Horrorfilm. Als Fan muss man ihn gesehen haben.


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