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Unbeugsame, Der (1967)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 01.06.2006, seitdem 944 Mal gelesen


Wenn einer aus Nichts Alles machen kann, wenn einer Niemals aufgibt, wenn einer zu einem Symbol wird, obwohl er nur in Ruhe gelassen werden will. Wenn einer uns sehr sympathisch ist, elendlich drauf geht, dabei immer noch lächelt und uns lächelnd zurück läßt, dann ist das Cool Hand Luke.
Paul Newman ist hier in seiner Paraderolle zu sehen: Der sympathische Einzelgänger mit Charisma, der gegen die vorherrschenden Konventionen verstößt, weil diese Konventionen falsch sind. Man hat Sympathien für ihn, obwohl in jeder Szene eigentlich klar ist, dass er keine Chance hat.
Er ist der späte, der erwachsene Rebell - nicht der ewige junge Rebell, für den James Dean einsteht -, der nur dann rebelliert, wenn ihm auf den Schlips getreten wird, oder wenn er besoffen ist. Er ist einer, der reif genug ist zu wissen, dass alles was er aus purem Trotz tut, letztendlich nur ihm selbst schaden wird, aber nicht aus seiner Haut kann.
Er ist einer, der es nicht ertragen kann, klein beizugeben, eher würde er sterben. Für diese Arroganz und diesen Stolz wird Newman letztendlich büßen.

Der Unbeugsame ist einer der besten Filme mit Newman überhaupt, alles stimmt, Regie, Schnitt, Darstellerriege (George Kennedy liefert hier seine einzige überzeugende darstellerische Leistung seiner Karriere ab - außer vielleicht noch in Erdbeben), die Musik von Lalo Schiffrin ist mittlerweile im angelsächsischen Raum legendär, Kameraeinstellungen (selten war ein Aufseher, der auch nie ein Wort spricht so bedrohlich wie hier, selten war eine Frau, deren Gesicht man nie sieht, erotischer - da kann sich Jessica Simpson beim Autowaschen noch so sehr anstrengen...) sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben.

Der Film ist ein grandioses Plädoyer für Individualität, und eine Warnung dahingehend, dass es der Obrigkeit verdammt einfach ist, jemanden zu zerstören.
Obwohl der Film immer ein Feel-Good-Gefühl beibehält -untermalt durch die leise, sanfte Musik von Schiffrin und dem lässigen (Cool Hand) Spiel Newmans, so wird er gerade gegen Ende immer verstörender, dabei seltsamerweise immer noch locker-flockig bleibend.
Eine Gratwanderung, aber eine die gelingt.

Hier wird bewußt nicht auf die Story eingegangen, weil hier ein Film der Superlative besprochen wird, das Beste was Hollywood zu bieten hat, kein großer Big-Budget-Bombast-Film, eher ein feiner kleiner Charakter-Film, der mehr zu fesseln vermag als so manch ein Rambo-Verschnitt-Schinken.

Ein absolut zeitloser Klassiker, mit einem überlebensgroßen Paul Newman, an dem mittlerweile schon viele spätere Filme weltweit ihre Anleihen genommen haben (The Prisoner beispielsweise mit Jackie Chan oder sogar die Zeichentrickserie die Simpsons in einer Folge sind nur die exotischsten Beispiele einer langen Reihe von Filmen, die sich vor diesem Film in Ehrerbietung verneigen.)

10 Punkte


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