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Taxi Driver (1976)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 11.12.2002, seitdem 719 Mal gelesen


ACHTUNG: SPOILER!

Der vereinsamte Vietnamveteran Travis Bickle (Robert De Niro) nimmt in New York einen Job als Taxifahrer an, weil er Nachts nicht schlafen kann. Als ihn seine Traumfrau abblitzen lässt, weil er mit ihr ein Pornokino besuchen wollte, steigert sich Zorn auf die Menschheit. Eines Tages lernt er die blutjunge Prostituierte Iris (Jodie Foster) kennen und steigert sich in den Wahn, sie vom Abschaum der Welt befreien zu müssen.

Martin Scorseses Kultfilm “Taxi Driver” hat während all der Jahre nichts von seiner Intensität verloren. Das Schicksal des Kriegsheimkehrers Travis, der in dieser Welt keine sozialen Kontakte knüpfen kann, geht unter die Haut und ist sicher kein leichter Stoff für zwischendurch. Die Großstadt wird von ihrer dreckigsten, dunkelsten Seite gezeigt, die melancholischen, meisterhaften Jazz-Klänge von Bernard Herrman unterstützen die Atmosphäre zusätzlich.

Zunächst scheint Travis ein merkwürdiger Mensch zu sein, die Antisympathie beim Zuschauer verwandelt sich aber immer mehr in Mitleid. Ein gebrochener Taxifahrer, bei dem alle Tage nach dem gleichen Schema ablaufen und der mit der Welt langsam, aber sicher abschließt. Seine Abneigung gegen den “Abschaum der Welt”, wie er manche Gestalten, die sich im nächtlichen New York herumtreiben, bezeichnet, bekommt man hautnah mit. Als sich die Wut dann zum Schluss in einer wahren Gewaltorgie entlädt, ist man als Zuschauer endgültig am Boden angekommen. Das Massaker verstört ungemein, vor allem danke eines wie verrückt aufspielenden Robert de Niro, dessen Wahnsinn richtig Angst macht.

Letztendlich kommt Travis trotz seiner Morde ungestraft davon, ja er wird sogar als Held gefeiert, wie zum Schluss deutlich wird. Meiner Meinung nach ein unglückliches Ende, man hätte schon früher aufhören sollen, nämlich da, wo die Kamerafahrt über die Leichen aufhört. Das hätte den nachhaltigen Eindruck noch verstärkt. So ist der Film dann doch nicht ganz so pessimistisch.

Die Schauspieler sind in diesem Film der Wahnsinn. Robert DeNiro liefert die vielleicht beste Leistung seiner großen Karriere und wird schon allein dank dieser legendären Rolle (“You? Talkin’ to me?”) unvergessen bleiben. Jodie Foster stand hier noch ganz am Anfang ihrer Karriere und setzt ein Glanzlicht als 12jährige Hure. Ihren Zuhälter mimt Harvey Keitel, der hier den allerletzten Dreck der Menschheit überzeugend rüberbringt.

Somit ist “Taxi Driver” einer der großen Meilensteine der Filmgeschichte, mit dem sicher nicht jeder heutige Mensch was anfangen kann. Dazu ist er viel zu intensiv, kein Pausenfüller, sondern ein tiefsinniger “Runterzieher”, dessen Wirkung unvergleichbar ist. Für Cineasten Pflicht, mit einem der schönsten Soundtracks, einem grandiosen DeNiro und einigen legendären Szenen.


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