Eine Kritik von Johnny Boy (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 25.06.2010, seitdem 201 Mal gelesen
In Whitewood wird im 17. Jahrhundert die Hexe Elizabeth Selwyn verbrannt und seitdem lastet ein Fluch auf der kleinen Gemeinde. Die Studentin Nan Barlow, die sich mit Hexen und Okkultem beschäftigt, bekommt von Professor Driscoll den Rat, in Whitewood eine Studie durch zu führen. Nachdem Nan verschwindet, machen sich ihr Freund und ihr Bruder auf den Weg in die kleine Gemeinde, um das Verschwinden von Nan zu klären.
Hmmm, vielleicht hatte ich eine falsche Vorstellung oder zu hohe Erwartungen an den Film, aber der hat einfach nicht gezündet.
Der Beginn ist recht grandios inszeniert. Die Dorfbewohner zerren die Hexe Elizabeth aus ihrem Haus und verbrennen sie. In diesem Moment beschwören sie und ihr Mann den Satan und der Himmel verdunkelt sich. Tolle Schnitte, gut gemacht.
Dann flacht der Film leider kontinuierlich ab.
Christopher Lee, der über diese Ereignisse seinen Studenten berichtet, agiert mit stoischer Mine auf Sparmodus und schaut eben dämonisch drein.
Die restlichen Darsteller sind guter Durchschnitt, nicht mehr. Ab und an verirrt sich ein guter Schnitt oder eine geschickte Verwirrung des Zuschauers durch Zoomen oder kleine Kamerafahrten. Vom Sound bleibt kaum etwas in der Erinnerung haften, eher schon die Gesänge des Teufelskultes.
Leider mutet der Film dem Zuschauer so einiges zu.
Whitewood und Umgebung ist in Tonnen von Nebel getaucht (wohl auch um die simple Kulisse zu vertuschen).
Ein kontinuierlicher Spannungsbogen will sich nicht einstellen. Nachdem Nan durch Whitewood spaziert ist und von den Bewohnern misstrauisch angeschaut wird, geschieht das Gleiche später, fast szenengleich, auch nochmal mit dem Bruder.
Der verliebt sich nebenbei in die Tochter des (blinden) Pfarrers. Passend das Nan tot ist, wird auch ihr Freund später dran glauben. Der kann allerdings mit einem riesigen Kreuz aus einem Grab, die Anbeter des Teufelskultes zu Strecke bringen (ganz gut gemacht, wie diese in Flammen aufgehen).
Nur warum haben die, wenn sie so allergisch auf Kreuze reagieren, ihren Eingang zu den Katakomben auf dem Friedhof, wo lauter solcher Kreuze herumstehen?
Die Polizei stochert auch kurz in einer Szene nach der verschwundenen Nan herum, das war es auch.
Leider verliert dieser Film hier haushoch gegen das Gegenstück von Mario Bava ("Die Stunde wenn Dracula kommt"), der ungefähr zeitgleich veröffentlicht wurde. Bava hatte einfach die besser inszenierte Kulisse, tolle Licht/Schatten Spiele, eine exzellente Kamera und einen guten Spannungsbogen.
City of the Dead hat mich all das vermissen lassen.
Für mich eher durchschnittliche B-Ware mit einer guten Portion Charme. Durch die kurze Spielzeit ist der Streifen aber nicht all zu zäh und hat auch seien Momente. In Verbindung mit einem Klassiker im Anschluss als Double Feature sicher ganz okay.
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