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Ed Wood (1994)

Eine Kritik von LX (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 15.01.2005, seitdem 440 Mal gelesen


Edward D. Wood jr., hinter diesem Namen verbirgt sich ein Künstler, dem die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, posthum einen Preis als schlechtester Regisseur aller Zeiten verliehen zu bekommen. Zu seinen Werken zählen vielsagende Titel wie "Glen or Glenda" (a.k.a. "I changed my sex"), "Die Rache des Würgers" und nicht zu vergessen sein wohl bekanntester Film "Plan 9 from Outer Space" (a.k.a. "Grave Robbers from Outer Space", der auch als schlechtester Film aller Zeiten prämiert wurde). Mit "Ed Wood" wurde ihm nun eine Art filmisch-biographisches Denkmal gesetzt.

Johnny Depp spielt den jungen und erfolglosen Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor in Personalunion, der sich in seinem Tatendrang kaum aus der Fassung bringen lässt. Sein erstes vorgestelltes Filmprojekt ist "Glen or Glenda", ein Film über einen Transvestiten. Um den Produzenten davon zu überzeugen, dass er der richtige Regisseur für diesen Film ist, offenbart er ihm seine Obsession: er trägt gern Damenunterwäsche und hat ein besonderes Faible für Angora-Pullover. Außerdem heuert er den abgehalfterten ehemaligen Dracula-Darsteller Béla Lugosi (Martin Landau) an, um einen Star im Ärmel zu haben. Doch dieser Streifen sollte nicht der letzte Reinfall werden, der in "Ed Wood" portraitiert wird.

Regisseur Tim Burton lässt hier mit viel Witz und Ironie Wood und seinen Wanderzirkus an Darstellern - unter anderem den Wrestler Tor Johnson (George 'The Animal' Steele), den Fast-Transvestiten Bunny Breckinridge (Bill Murray), den drogenabhängigen Bela Lugosi und später den Physiotherapeuthen seiner Frau, der in "Plan 9 from Outer Space" die Rolle des kurz nach Drehbeginn verstorbenen Lugosi übernahm und sich dafür stetig ein Cape vors Gesicht halten musste - von einem kinematografischen Tiefpunkt zum nächsten schreiten. Wood drehte mit einem außerordentlich niedrigen Budget (allein der Vorspann dieses Films war teurer als jede Edward-Wood-Produktion), konnte es sich so also nicht erlauben, seine Darsteller großartig proben zu lassen. Schlechte Spezialeffekte, umkippende Kulissen und sonstige Malheure spielten keine Rolle, denn es kommt ja nicht auf die Details, sondern auf das Gesamtwerk an.

Alles in allem ist es ein kurzweiliger Spaß, diesem Film zuzusehen. Man könnte Wood schon fast aufgrund seiner Talentlosigkeit und seines dennoch unbeirrten Idealismus' bemitleiden, doch dazu fehlt zwischen den gelungenen Scherzen einfach die Zeit. Die Schauspieler können ihre zumeist recht skurrilen Charaktere überzeugend spielen, allen voran Martin Landau, der für die tragikomische Darstellung des Lugosi einen Oscar als bester Nebendarsteller erhielt. Ebenfalls erwähnenswert ist der erstaunlich authentisch wirkende Gastauftritt des genialen Orson Welles, gespielt von Vincent D'Onofrio.

Ein Film, an dem es wenig auszusetzen gibt, daher

9 von 10 Punkten


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