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Skinwalkers (2006)

Eine Kritik von Shane Schofield (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 01.07.2007, seitdem 1413 Mal gelesen


Im Vergleich zu anderen Horrorfilmikonen wie Vampire oder Zombies, fristen Werwölfe eher ein Schattendasein. Das schlimme daran ist das, Abseits von Klassikern wie „The Wolfman“ oder „American Werewolf“, gute Monsterfilme mehr als rar sind. Und ist es egal ob dabei regelmäßig aufwändige Hollywood Produktionen wie „Cursed“ oder B-Produktionen wie der Sprüche klopfende Wolf in „Big Bad Wolf“ scheitern. Und trotz der immer besser werdenden Tricktechnik, enttäuschen zu Guter letzt auch noch die Masken selbst. Was nur noch übertroffen wird, wenn die Kreaturen gleich komplett Computeranimiert werden.

Nun versucht sich der ehemalige Effektspezialist Jim Isaac in seinem dritten Film an einem Werwolf Thema und man konnte im Vorfeld recht zuversichtlich sein, denn der Trailer sah vernünftig aus. Auch seine vorherigen Regiearbeiten „Horror House“ und der immer wieder unterhaltsame „Jason X“ forcierten diesen Eindruck endlich mal wieder einen guten, Actionorientierten haarigen Streifen serviert zu bekommen. Leider gab es im Vorfeld auch einige Probleme in der Produktion. Bereits vor 2 Jahren fertig gestellt, wurden dann auch noch Nachdrehs angeleiert, was in den seltensten Fällen etwas Gutes bedeute. Horrorfans waren dann auch überrascht als der Film von Lionsgate einen Kinotermin im Sommer (27 July) bekam und letztendlich sogar auf mit einer PG-13 Freigabe abgespeist wurde. Diese Freigabe kann denn jetzt zu etlichen Spekulationen führen, da bei uns die DVD ab 18 Jahren ist und einige wenige Szenen enthält, wie gleich zu Beginn indem sich ein Mann sich ein großes Messer ins Auge rammt, die diese Freigabe wohl nicht schadlos überstanden haben. Auch die Lauflänge könnte interessant werden, da überall eine Lauflänge von weit über 100 Minuten angeschlagen ist, der Film den ich auf der Presse DVD von Constantin (die bei den Film zum zweiten male nach „Wrong Turn“ mit Stan Winston zusammengearbeitet haben) gesehen habe, aber gerade mal 88 Minuten läuft. Mal sehen wo noch welche Fassung veröffentlicht wird. Eine UNRATED in den USA ist wohl so sicher wie das Amen in der Kirche, aber ob die dann wirklich identisch zur deutschen Fassung ist wird sich dann in einen halben Jahr zeigen.

Kommen wir zum Film selber, dessen Story schnell erzählt ist. An einer Indianermythologie angelehnt, kämpfen zwei Gruppen um einen 12 Jährigen Jungen. Dieser hat die Macht an seinem 13 Jährigen Geburtstag den Fluch, dass sich die Menschen in Werwölfe verwandeln, aufzuheben. Die eine Gruppe wünscht sich nichts sehnlicher dass dieses Eintritt, die andere Gruppe genießt die Unsterblichkeit und das Verlangen Menschen zu reißen und deren Blut zu trinken. Da der Geburtstag in wenigen Tagen ansteht, wird alles getan den Jungen zu beschützen oder halt umzubringen. Mit dieser Storyline entwickelt sich der Streifen zu einer reinen Verfolgungsjagd. Größere Hintergründe werden dabei leider außen vor gelassen. Auf die Sache mit den Indianern( einen ähnlichen und interessanteren Ansatzpunkt gab es übrigens mal vor einiger Zeit in der Groschenheft Miniserie „Wölfe“ von Timothy Stahl) wird nur in kurzen Sätzen eingegangen, was ich echt ziemlich schade fand. Denn mit dem Background hätte man etwas frischen Wind in das Genre blasen können. So beschränkt sich das Drehbuch einzig und allein auf die Verfolgungsjagd. Und damit ist auch die Charaktertiefe schnell erschöpft. Die Bösen tragen natürlich Leder und Jeans und fahren auf dicke Maschinen „unauffällig“ durch die Gegend, während die guten als Familie zusammenhalten und auf den Jungen und dessen Mutter (Rhona Mitra), die von nichts weiß, aufpassen. Während der Flucht werden dann nach und nach Erklärungen geboten. Leider wirkt dabei einiges etwas holprig erzählt und auch das Verhalten der einen oder anderen Figur (die Szene mit dem Jungen im Krankenhaus ist extrem schwach) wirkt unausgegoren. Das Gefühl das etwas an Handlung für das schnelle Erzähltempo verworfen wurde, hat mich nie richtig loslassen können. Falls es nicht so ist, muss man den Autoren leider eine Schelle verpassen. Denn so schafft man keine Spannung.

Aber auch Jim Isaac scheint diesmal irgendwie nicht der richtige gewesen zu sein. Da der Film eher wie ein Actionfilm mit Westernelementen (der erste Shoot Out in der klein Stadt) rüberkommt, als ein Horrorfilm, gelingt ihm nicht immer die passende Inszenierung. Die Ballereien kommen teilweise etwas einfallslos (sehen aber sonst nett aus) daher und sind selten wuchtig genug. Da die Soundeffekte schön vertont wurden, ist dieses Manko doppelt schade. Vor allem weil die Kameraarbeit und das einsetzen von Zeitlupen eigentlich gut platziert sind. Leider fehlt dabei eine düstere Atmosphäre. Das meiste Geschehen findet am Tage und bei Sonnenschein statt, was ich bei so einem Thema nicht allzu passend finde. Auch wenn einem immer wieder Ähnlichkeiten zu „John Carpenter´s Vampires“ in den Sinn kommen. Dagegen macht dann das Finale in der Fabrik welches in der Nacht stattfindet, mehr her, auch weil die Werwölfe in ihrer Animalischennatur gegeneinander antreten. Doch auch hier muss man leider Abstriche machen. Die Werwölfe sehen nämlich überhaupt nicht gruselig aus(es muss doch bei der heutigen Tricktechnik möglich sein, gute Werwölfe zu kreieren…“Underwold:Evolution“ hat doch gezeigt wie es geht)! Da ist man fast froh dass diese Viecher nur selten in verwandelten (die Verwandlung selbst sieht man nicht) Zustand zu sehen sind. Es gibt sicherlich Leute die das vielleicht anderes sehen, aber wenn Werwölfe noch in Klamotten unterwegs sind, hat das eher etwas unfreiwillig Komisches an sich. Reißende Bestien stelle ich mir wirklich anders vor. Hier sind die „Skinwalker“ noch zu sehr Menschlich. Immerhin reden sie nicht auch noch miteinander…

Dennoch will ich den Film gar nicht so Rundmachen, denn bei allem ist der Film ziemlich flott erzählt. Langeweile kommt keine auf, da durch den Zeitdruck die Verfolgung immer, bis auf wenige Ausnahmen, aufs Tempo drückt. Auch die prominente Besetzung, die vor allem auf der weiblichen Seite mit Rhona Mitra („Doomsday“), Natassia Malthe („Dead & Deader“) und Sahara Carter („DOA“) sehr attraktiv ist und bei der Männlichen Fraktion immerhin mit Elias Koteas („Shooter“), Kim Coates („Prison Break“, Alien Agent“) und Jason Behr (demnächst endlich mit „D-War“ auf der Leinwand) aufwaten kann, tut einiges dafür das man dem Geschehen interessiert weiterverfolgt. Auch wenn hier sicherlich bessere Leistungen möglich gewesen wären, wenn ein anderer Mann hinter der Kamera seinen Job getan hätte.

Fazit:

Am Ende war das ganze zwar ganz nett, aber irgendwie enttäuschend. Ein Film der aus seiner Thematik leider nur den Standard herauskitzelt und abermals keine Offenbarung für das Werwolf Genre ist. Nebenbei enttäuschen, bei einer Beteiligung von Effekt Guru Stan Winston, die Masken und durch die eher Actionorientierte Herangehensweise des Drehbuchs, geht dem Streifen jegliche Atmosphäre ab. Hinzu kommt mal wieder ein nerviger Junge (der dumme Dinge macht) und eine löchrig aber temporeiche Inszenierung, die nur durch ein paar nette Actionszenen, dem vernünftigen Finale(auch wenn die Auflösung etwas platt ist) und der leckeren Damen, noch den Durchschnitt erreicht. Und auch wenn das Ende die Tür weit offen hält für eine Fortsetzung (wo man wieder das Gefühl hat das der Film mal irgendwie epischer sein wollte), kann ich mir nicht vorstellen dass dieser Streifen nicht total im amerikanischen Kino untergeht. Dennoch bin ich mal gespannt in wie fern die Fassung mit unserer identisch ist. Falls es eine längere Version geben sollte, könnte so nämlich noch etwas gut gemacht werden, so bleibt wie gesagt nur Mittelmaß!


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