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Skinwalkers (2006)
Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 05.08.2007, seitdem 1174 Mal gelesen
Skinwalker sind menschliche Wesen, die durch das Blut anderer Menschen übernatürliche Kräfte gewonnen haben, - so sagt es eine Legende der Navajo, entsprechend dem eingeblendeten Text im Intro.
Und weiter: Ein Krieg ist entbrannt zwischen denen, die den Fluch beenden wollen und jenen, die die animalischen Kräfte nicht verlieren wollen.
Der indianischen Legende zufolge wird das Ende aller Skinwalker durch einen dreizehnjährigen Jungen herbeigeführt.
Kann man sich also wie folgt vorstellen: Böse Werwölfe verfolgen gute Werwölfe, die den alles entscheidenden Jungen beschützen wollen, denn in vier Tagen wird der Knabe dreizehn.
Oder auch: „Underworld“ – Verschnitt ohne Biss, aber mit lächerlichen Kostümen.
Der Beginn gestaltet sich ohnedies recht ärgerlich. Da werden eine Menge Figuren in die Runde geworfen, die ohne jegliches Hintergrundwissen handeln. Man kann sich zwar vorstellen, dass die Biker wohl die Bösen sein dürften und die biedere Patchwork-Familie die Wohlgesinnten, aber was die da treiben entbehrt zunächst jeder Grundlage.
Merken muss man sich letztlich nur Kind Tim, Mutter Rachel (Rhona Mitra) und Schwager Jonas auf der Heldenseite, sowie Varek (Jason Behr) als Anführer der Biker.
Doch was man schließlich präsentiert bekommt, ist eine lange Verfolgungsjagd mit einigen Ballereien, aber wenigen Background-Informationen.
Die werden, so ganz nebenbei, Mutter Rachel zugetragen, die über dreizehn Jahre in einer Werwolfsippe lebte, ohne zu merken, dass die sich jeden Monat bei Vollmond verwandelten.
Da erfährt man auch, dass ihr Mann, Tims Vater, seit Jahren tot sein soll und auch ein Skinwalker war, wonach Tim ein Halbblut sei und daher die Macht besäße, den Fluch zu stoppen.
Deshalb die Verfolgung, denn die vier Biker wollen Skinwalker bleiben.
So flieht man mit einem kleinen Lkw, macht Zwischenstopp in einem Hospital, dann mal wieder einige Schusswechsel, während ein kleines, aber deutlich erahnbares Familiengeheimnis gelüftet wird. Zwischendurch erneut Blutmond, auf dass sich die guten Werwölfe im Lkw anketten müssen, ferner eine Entführung aus der Gruppe der Sympathieträger, Auseinandersetzungen unter den Guten, weil jemand infiziert wurde und final ein Showdown in einer Fabrikhalle, wo sich Typen im Werwolfkostüm kloppen.
Leider muss man das so deutlich negativisieren, denn die Make-Up Effekte sind unter aller Sau. Da hat man den Figuren einfach Fellbüschel um den Kopf geklebt, verschieden farbige Kontaktlinsen verabreicht und mit etwas Latexmasse das Gesicht erweitert. Dazu das typische, lupenrein glänzende Werwolfgebiss vom Halloween-Versand, - schwacher hat man das nur in B-Movies aus den 80ern gesehen.
Auch die Aktionen der Kreaturen gestalten sich reichlich einseitig, da hauptsächlich verfolgt und mit verschiedenen Waffen gefeuert wird. Etwas gebissen wird lediglich in einer Szene, als die Biker Gäste einer Billardkneipe platt machen, - so als Alibi, damit man nicht völlig vergisst, wie viel Schrecken von den Viechern ausgehen könnte.
Wird hier nur leider nicht weiter in die Tat umgesetzt, der Verlauf gestaltet sich recht belanglos, zwar flott erzählt, aber mit derbem Mangel an Action und Blutszenen.
Und was bei „Underworld“, vor allem im zweiten Teil, irgendwann zum visuellen Overkill führte, fehlt hier vollständig. Im Gegenteil, der übermäßige Einsatz eines Rotfilters während des letzten Drittels führt eher zum Eindruck, es mit einer Amateurproduktion zu tun zu haben.
Und ehrlich gesagt, wären da nicht die brauchbaren darstellerischen Leistungen von Rhona Mitra als Mutter und Jason Behr als zwiespältiger Fiesling, - kommt das Gesamtpaket einer solchen schon recht nahe.
Wobei das ja nicht gänzlich schlecht sein muss, denn ein gewisser Unterhaltungswert ist durch den flotten Ablauf ohne größere Pausen durchaus gegeben.
Doch es entspricht eben nicht den Erwartungen eines pfiffigen Werwolfhorrors mit Biss.
Das hier ist eher wie ein Road Movie mit leichtem Western Ambiente, allerdings ohne Augenzwinkern und vor allem ohne sichtbare Verwandlungen bei Vollmond.
Zwar müssen nicht grundlegend genretypische Kriterien erfüllt werden, aber ausgleichend sollte man Lykanthro-Fans zumindest mit frischen Ideen und solider Inszenierung überzeugen.
Beides ist hier kaum der Fall.
3,75 von 10
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